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Universität des Saarlandes, 18.12.06

Doppeldiagnose Schizophrenie und Sucht

Erstes deutsches Manual zur psychoedukativen Behandlung dieser Patienten und zur Durchführung von Gruppensitzungen für die Angehörigen erschienen.

Schizophren Erkrankte stellen unter den Konsumenten von legalen (z.B. Alkohol) und illegalen Drogen (z.B. Cannabis oder Ecstasy) eine zahlenmäßig bedeutende und therapeutisch anspruchsvolle Gruppe dar. So findet sich bei ca. der Hälfte aller Patienten mit schizophrener Psychose ein Substanzmissbrauch bzw. eine Abhängigkeit. Der Krankheitsverlauf wird durch den fortgesetzten Konsum von Drogen und aufgrund nicht ausreichender Therapietreue und fehlendem kooperativem Verahlten deutlich negativ beeinflusst, so dass diese Patienten beispielsweise häufiger stationär behandelt werden müssen.


Bislang bestand ein Defizit an spezifischen Behandlungsprogrammen, die integrativ gleichermaßen die schizophrene Grunderkrankung wie auch den damit zusammenhängenden Substanzkonsum dieser Patienten mit Doppeldiagnose berücksichtigen.

Diese Lücke wurde nun durch Mitarbeiter der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums des Saarlandes (UKS) und des Institutes für Medizinische und Klinische Psychologie der Universität des Saarlandes (Komm. Direktor: PD Dr. G. Heinz) geschlossen.

In dem Manual "Psychoedukation Schizophrenie und Sucht" ist ein an dem Universitätsklinikum des Saarlandes entwickeltes Behandlungsprogramm (GOAL - Gesund und Ohne Abhängigkeit Leben) dargestellt, mit dessen Hilfe sich Gruppensitzungen für Patienten mit der Doppeldiagnose Schizophrenie und Sucht und deren Angehörigen erfolgreich durchführen lassen.

Die Patienten sollen befähigt werden, den Zusammenhang zwischen Substanzmitteleinnahme und Verschlechterung der Psychose besser zu verstehen und Drogen sowie Rückfall gefährdende Situationen eher zu vermeiden bzw. besser zu bewältigen. Da die Familien und Angehörigen dieser Patienten durch die Doppeldiagnose ebenfalls stark belastet sind, enthält das Manual auch eine Anleitung zur Durchführung von psychoedukativen Gruppensitzungen für Angehörige.

Literatur-Hinweis:

D'Amelio R, Behrendt B, Wobrock T (2006): Psychoedukation Schizophrenie und Sucht. Manual zur Leitung von Patienten- und Angehörigengruppen. Reihe: Im Dialog. München: Urban & Fischer.



Kontakt für Rückfragen: Dipl.-Psych. Roberto D'Amelio, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums des Saarlandes (UKS), Homburg/ Saar, Tel. (06841) 16-24211, E-Mail: roberto.d.amelio@uniklinikum-saarland.de

Weitere Informationen:


Saar - Uni - Presseteam, Universität des Saarlandes
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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