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Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg, 12.12.02

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Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg, 12.12.02

Doppeldiagnose: Zwischen Psychiatrie und Sucht - Wegweiser für Beratungsstellen

"Doppeldiagnose: Zwischen Psychiatrie und Sucht - Ein Wegweiser für Beratungsstellen zur Weitervermittlung und Information" - so der Titel einer Broschüre, mit der Beratungsstellen ein Überblick geboten wird, welche Einrichtungen - bundesweit - Patienten mit verschiedenen Arten der Doppeldiagnose zwischen "Sucht" und "psychischen Erkrankungen" behandeln. Herausgeber sind die Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg, vertreten durch Prof. Gerlinde Schröder und Diplom-Sozialpädagogin Ulrike Schmidt sowie die Stadt Nürnberg - Referat für Jugend, Familie und Soziales, vertreten durch den Suchtbeauftragten, Georg Hopfengärtner. Erarbeitet wurde die für sechs Euro im Buchhandel erhältliche Broschüre (ISBN: 3-932376-30-7) von Studierenden des Fachbereichs Sozialwesen der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg.

Grundlage für das Projekt war die Situation, dass sowohl in der Nürnberger Suchtkrankenhilfe als auch in den psychiatrischen Einrichtungen vermehrt Klientinnen und Klienten betreut werden müssen, die nicht nur ein Suchtproblem, sondern auch eine psychische Erkrankung haben. Das Problem, das sich für diesen Personenkreis ergibt, ist die Nicht-Vermittelbarkeit in eine angemessene therapeutische Einrichtung. Dies zeigt sich insbesondere bei der Weitervermittlung von Menschen mit Doppeldiagnosen, da viele Angebote im Bereich der Psychiatrie ein Ausschlusskriterium in einer Suchterkrankung sehen, und Einrichtungen der Suchtkrankenhilfe wiederum Klientinnen und Klienten mit zusätzlicher psychiatrischer Diagnose ablehnen. Vor diesem Hintergrund gestaltet sich die Suche nach zur Aufnahme bereiten und darüber hinaus auch geeigneten Einrichtungen wie stationären Therapieeinrichtungen oder Einrichtungen des betreuten Wohnens als sehr schwierig. Georg Hopfengärtner: "Die Erfahrung zeigt, dass die Doppelkompetenz eine erhöhte Anforderung an beide Seiten stellt und solche "Alleskönner" schwer zu finden sind. Dabei hilft jetzt die Broschüre. Wenn die Schrift dies schafft und wenn sie darüber hinaus auch das Problem Comorbidität (Zwei- und Mehrfachdiagnosen!) in den Fokus rückt, ist viel erreicht. Sucht ist selten eine eindimensionale Angelegenheit. Vielmehr ist sie ein Komplex sozialer, psychischer und medizinischer Problemlagen, die sich gegenseitig bedingen, verursachen und verstärken. Der Multimorbidität von Suchtkranken muss also eine Mehrfachkompetenz des Helfers gegenüberstehen, bzw. eine noch engere Verzahnung der verschiedenen Einzelsysteme Suchthilfe, Medizin, Sozialarbeit etc. Wegweiser sind hier notwendig, um zu zeigen, wo es das dringend Gebrauchte schon gibt und wo es ggf. noch zu schaffen ist."


Durch eine Befragung der betroffenen Stellen in Nürnberg ermittelte die Gruppe, bestehend aus den Studierenden Birgit Fersterra, Irina Fleischmann, Maria Kaufmann, Michael Klement, Heike Mänche, Kathrin Prechtl, Ulrike Seikat unter der Projektleitung von Professorin Gerlinde Schröder, den dringendsten Bedarf hinsichtlich dieses Problems, wobei sich herausstellte, dass nur wenig Wissen über geeignete stationäre Therapieeinrichtungen bei den Beratungsstellen vorhanden war.
Aus diesem Befragungsergebnis resultiert die endgültige Projektidee eines bundesweiten Wegweisers für Beratungsstellen zur Weitervermittlung und Information, in dem alle einschlägigen Einrichtungen erfasst sind, die Menschen mit Doppeldiagnosen behandeln. Aus Internetrecherchen, Befragungen und Interviews der Einrichtungen ergab sich nach Analyse aller Daten der oben beschriebene Wegweiser, der direkt nach Beendigung der Entwicklung sofort das große Interesse aller Beratungsstellen und Einrichtungen der Sozialen Arbeit weckte.
Der Wegweiser listet über 80 Einrichtungen bundesweit auf und gibt deren Profil an, informiert über Zielgruppen, Voraussetzungen, Ausschlusskriterien, die Therapieansätze, die Zahl der Behandlungsplätze und gibt Besonderheiten der einzelnen Einrichtungen an.

Arbeit wurde ausgezeichnet
Anlässlich der Akademischen Jahrfeier der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg Mitte November wurde die Arbeit mit dem Förderpreis der Sparkasse Nürnberg in Höhe von 3.000 Euro ausgezeichnet. Initiiert wurde das Projekt von Lilith e.V.
Die Broschüre ist für sechs Euro im Buchhandel zu beziehen: Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg/Stadt Nürnberg - Referat für Jugend, Familie und Soziales (Hrsg.): "Zwischen Psychiatrie und Sucht - Doppeldiagnose. Ein Wegweiser für Beratungsstellen zur Weitervermittlung und Information."

Rückfragen richten Sie bitte an das Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg, Tel. 0911/5880-4101, E-Mail: presse@fh-nuernberg.de. Journalisten können dort ein kostenloses Exemplar der Broschüre anfordern. Der Wortlaut des Würdigungstextes im Rahmen der Auszeichnung mit dem Förderpreis der Sparkasse Nürnberg kann ebenfalls angefordert werden.


Thoralf Dietz, Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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