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Deutsches Jugendinstitut e.V., 01.09.05

DJI Online Thema des Monats: Jugend heute - der DJI-Jugendsurvey

Die jungen Menschen von heute stehen im Zentrum von Bildungs- und Rentendebatten, sind "Gegenstand" zahlreicher Reformen und Programme. Was aber denken die Jugendlichen selbst? Wie zufrieden sind sie mit ihrer Lebenssituation? Wie schätzen sie ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt ein? Wie wollen sie gern leben? Und welche Wertvorstellungen haben sie? Aufschluss darüber geben die Antworten von rund 7.000 Jugendlichen, die 2003/2004 in ausführlichen Face-to-Face Interviews vom Deutschen Jugendinstitut befragt wurden. Das aktuelle DJI Online Thema berichtet über erste Ergebnisse der dritten Erhebungswelle des DJI-Jugendsurvey.

Nach den Erhebungen in den Jahren 1992 und 1997 war dies bereits die dritte Welle des DJI-Jugendsurvey. Der Jugendsurvey ist Teil der Sozialberichterstattung des DJI und wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert. Diese Art der "Dauerbeobachtung" liefert mit ihren Wiederholungsbefragungen die empirische Basis für zuverlässige Informationen über die soziale und persönliche Situation von Kindern, Jugendlichen und Familien in Deutschland.

Erste Ergebnisse der dritten Jugendsurvey-Welle werden in 'Auf einen Blick' kurz dargestellt. Interessant ist zum Beispiel, dass sich junge Menschen gern für andere Menschen oder eine Sache einsetzen. Allerdings tun sie das immer seltener als Mitglied einer politischen Partei. Viel stärkeren Zuspruch erfahren die sogenannten "Neuen Sozialen Bewegungen" wie Umweltschutzgruppen, Friedens- und Dritte-Welt-Initiativen oder Selbsthilfegruppen, in denen sich etwa ein Fünftel der 16- bis 29-jährigen Befragten aktiv engagieren.

Die wichtigsten Einflussgrößen für die Herausbildung von Orientierungen und Wertesystemen in der Jugendphase sind mit Abstand Bildung und Geschlecht, weniger die Wohn- und Lebenssituation, die regionale Herkunft oder ein Migrationshintergrund. Mit einer Ausnahme: nämlich bei der Bewertung der Bedeutung von Religion. Während sie nur für ein Viertel der deutschen Jugendlichen eine Rolle spielt, sind es bei den Jugendlichen aus Migrantenfamilien 50 Prozent.

Vertiefende Erklärungen zu den Wert- und Rollenvorstellungen der nachwachsenden Generation liefert Martina Gille vom DJI im 'Interview'. Sie hält die Befürchtung, dass derzeit eine Gruppe von Egomanen heranwächst, die vornehmlich eine Spaßgesellschaft etablieren will, für unbegründet: "Persönliche Lebenserfüllung und Selbstverwirklichung sind zwar zentrale Orientierungen für die jungen Menschen. Dies ist aber nicht mit einer egoistischen Haltung gleichzusetzen, denn soziale Werte wie Hilfsbereitschaft, Rücksicht und Verantwortungsbereitschaft haben bei den jüngeren wie älteren Jugendlichen ebenfalls hohe Priorität. Auch Werte wie Pflicht und Leistung spielen eine beträchtliche Rolle, wohingegen Konformismus und purer Hedonismus die geringste Unterstützung erfahren."

Professor Hans Merkens von der FU Berlin erläutert im 'Blick von außen' die mögliche Funktion und Bedeutung von Surveys für die Jugendforschung. Er geht aber auch auf grundsätzliche Problematiken ein wie die Frage der Repräsentativität und der Stichprobenziehung oder die schwierige Definition von Jugend, die sich u.a. in der Debatte um die Entgrenzung der Jugendphase und in variierenden Altersbegrenzungen bei den verschiedenen Untersuchungen niederschlägt.

Weitere Informationen:


Dr. Barbara Keddi, Deutsches Jugendinstitut e.V.
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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