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Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie..., 08.08.01

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Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie..., 08.08.01

Dinosaurier im Röntgenstrahl

Passend zu Jurassic Parc III hat sich auch das Fraunhofer Institut für zerstörungsfreie Prüfverfahren mit den Dinosauriern beschäftigt, und zusammen mit ihren Kollegen aus Fürth ein 151 Millionen altes Dinosaurier-Skelett in einer Steinplatte sichtbar gemacht.

© Jura-Museum Eichstätt

© Fraunhofer IIS-A/IZFP

Saarbrücken (ho).
Ein in der Region Eichstätt entdecktes, etwa 151 Millionen Jahre altes Dinosaurier-Skelett, in einer Steinplatte eingeschlossen, konnte mit Hilfe der Röntgen-Computertomographie abgebildet und genau lokalisiert werden. Das Know How dafür wurde vom Saarbrücker Fraunhofer Institut für zerstörungsfreie Prüfverfahren (IZFP) entwickelt.

Zusammen mit Ihren Kollegen vom Institut für Integrierte Schaltungen IIS in Fürth betreiben die beiden Fraunhofer-Institute bereits seit zwei Jahren eine gemeinsame Abteilung als Entwicklungsplattform in der Röntgentechnik. Die Volumen-Computertomographie und ihre Weiterentwicklung bildet dabei einen Schwerpunkt der Kooperation. Bei diesem Verfahren nehmen Röntgensensoren das Objekt aus jedem Winkel auf. Dabei entstehen bis zu 1.200 Durchscheinbilder. Aus den Flächenprojektionen wird dann das Objekt rekonstruiert.


Dr. Günter Viohl, Direktor des Eichstätter Jura-Museums, war zunächst skeptisch, ob die Fraunhofer-Technik Erfolg bringen würde. Er hatte das fragliche Steinstück bereits röntgentechnisch untersuchen lassen, jedoch ohne Erfolg. Deshalb schickte er zunächst einen Stein mit einem eingeschlossenen Fischskelett in die Röntgenkammer. Nachdem Dr. Hanke und seine Kollegen den Fisch innerhalb kürzester Zeit sichtbar machten, rückte der Museumsdirektor das etwa 0,5 x 0,5 Meter große und drei Zentimeter dicke Steinstück heraus. In der von außen unscheinbaren Steinplatte entdeckten die Forscher die von den Paläontologen vermuteten Überreste einer bisher unbekannten Saurierart.
»Einfache Durchstrahlungsbilder reichen nicht, um die schwachen Absorptionsunterschiede zwischen Fossil und Stein sichtbar zu machen.«, erläutert Dr. Maisl, der das Röntgenzentrum vom IZFP aus betreut. Für die 3D-Computertomographie war es hingegen ein leichtes, das Stück Solnhofener Plattenkalk aus der Nähe von Eichstätt ins Visier zu nehmen.
Nach bereits drei Stunden waren die von der Gesteinsschicht verborgenen Knochen zu erkennen. Die Freude von Dr. Günter Viohl währte jedoch nur kurz, denn es sind nur wenige Teile des gesamten Skeletts in der Platte zu entdecken, was die Vermutung nahe legt, dass der restliche Saurier in noch nicht gefundenen Steinplatten liegt. Ein sensationeller Fund ist es allemal: Die Knochen stammen vom Jungtier einer bisher nicht bekannten Theropoden-Art. Diese zweibeinigen fleischfressenden Dinosaurier sind, so die wissenschaftliche Meinung unter Paläontologen, die Vorfahren der heutigen Vögel.

»Obwohl die Fossilien-Forschung nicht zu den primären Einsatzgebieten unserer verschiedenen Röntgentechniken gehört, bekommen wir mittlerweile regelmäßig Aufträge von Museen.«, freut sich Dr. Maisl. So konnte sein Team am IZFP Saarbrücken dem Schließmechanismus eines römischen Schlosses ebenso auf die Spur kommen wie unlängst einer versteinerten Schildkröte, die noch Eier in sich trug. »In der Hauptsache entwickeln wir die Röntgentechnik allerdings zur Qualitätskontrolle und -verbesserung von Produkten. Wir prüfen Werkstoffkomponenten und elektronische Bauteile ebenso wie Mikrosysteme, Halbleiter, Lebensmittel oder Gussteile wie Leichtmetallräder.«

Bitte beachten Sie die Bildunterschriften:

EZRT_dinokopf.jpg:
© Jura-Museum Eichstätt
Freigelegter Kopf eines bisher unbekannten Dinosauriers.

EZRT_dinokopf_sw.jpg:
© Fraunhofer IIS-A/IZFP
Blick durch den Stein: Eine mit Hilfe der Computer-Röntgentomographie rekonstruierte Schicht des Dinosaurierskopfes.

Bei Rückfragen:
Susanne Hoffmann
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit IZFP
Tel: 0681 - 9302 3998
hoffmanns@izfp.fraunhofer.de

Weitere Informationen:


Susanne Hoffmann, Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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