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Universität Bayreuth, 14.03.05

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Universität Bayreuth, 14.03.05

Deutschland bewegt sich - Mit Konzepten aus Bayreuth

An der Gesundheitskampagne "Deutschland bewegt sich" sind jetzt auch Bayreuther Sport-wissenschaftler als ausgewiesene Gesundheitswissenschaftler beteiligt und erarbeiten der-zeit zusammen mit Karlsruher Kollegen mit Hochdruck drei unterschiedliche Varianten eines Fitnesstests. In diesem Zusammenhang war auch Weitsprung-Olympiasiegerin Heike Drechsler zu einem Foto-Shooting in den Räumen des Bayreuther Sportinstituts.

Bewegung ist (fast) alles: Professor Dr. Walter Brehm arbeitet seit Jahren erfolgreich an Gesundheits- und Fitnesskonzepten
UBT-Pressestelle - Bild zur Veröffentlichung frei

Bayreuth (UBT). An der Gesundheitskampagne "Deutschland bewegt sich" sind jetzt auch jetzt auch Bayreuther Sportwissenschaftler als ausgewiesene Gesundheitswissenschaftler beteiligt und erarbeiten derzeit zusammen mit Karlsruher Kollegen mit Hochdruck drei unter-schiedliche Varianten eines Fitnesstests. In diesem Zusammenhang war auch Weitsprung-Olympiasiegerin Heike Drechsler zu einem Foto-Shooting in den Räumen des Bayreuther Sportinstituts.
Etwa 20% der Kinder und Jugendlichen, aber sogar mehr als 80% der Erwachsenen in Deutschland bewegen sich nicht mehr als notwendig. Auf den Strecken zwischen Bett, Auto, Fahrstuhl und Fernsehsessel braucht sich der Durchschnittsdeutsche praktisch überhaupt nicht mehr körperlich anzustrengen, wird so gut wie keine Energie mehr verbraucht. Dabei ist der Mensch auch heute noch biologisch so "angelegt", dass er ein Minimum von etwa 600 bis 800 kcal durch solche körperlichen Aktivitäten verbrennt, die ihn zumindest ein wenig fordern. Das bedeutet, 4x in der Woche eine halbe Stunde, oder zweimal eine Stunde braucht der Körper an Anforderungen zur Erhalt von Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit und Ko-ordination. Diese Fähigkeiten bilden zusammen die körperliche Fitness des Menschen und tragen zu seiner Widerstandsfähigkeit, seinem Wohlbefinden und seiner Gesundheit bei.

Bleiben solche Anforderungen aus, degenerieren nahezu alle Körpersysteme und Organe relativ schnell, mit teilweise verheerenden Folgen für die Gesundheit aber auch für die Öko-nomie eines Landes. Bluthochdruck, erhöhte Blutzuckerwerte, Störungen des Fettstoffwech-sels, Übergewicht, Rückenprobleme unterschiedlichster Art, Verspannungen und Haltungs-probleme sind Beispiele von Risikofaktoren, Gefährdungen und Beschwerden, die ummittel-bar mit einem "zu wenig an Bewegung" zusammenhängen und häufig in Krankheiten mün-den wie Fettleibigkeit, Diabetes, Osteoporose oder Herz-Kreislauferkrankungen der unter-schiedlichsten Art.
Neben einer Minderung der Leistungsfähigkeit, der Lebensqualität und der Gesundheit wird zunehmend bewusst, dass diese selbst verschuldete Unfitness von mehr als 80% der Men-schen eines Landes auch dessen Ökonomie gefährdet. Allein die Behandlung von Rücken-problemen kostet derzeit jährlich etwa vier Milliarden Euro. Bewegung bedeutet Fitness, Fit-ness ist eine wichtige Voraussetzung für die Gesundheit jeden Einzelnen, heute aber auch von ganzen Nationen.
Um diesen "Kreislauf" zu stärken, hat die Barmer Ersatzkasse zusammen mit dem ZDF und Bild am Sonntag (BAMS) die Initiative "Deutschland bewegt sich" ins Leben gerufen. Nach-dem diese Initiative zunächst auf einzelne Sportarten konzentriert war, wurde nun einerseits der "Deutsche Turnerbund" als der kompetente Verband für Gesundheitsport und Fitnessak-tivitäten ins Boot der Kampagne geholt. Andererseits wurde mit den beiden sportwissen-schaftlichen Zentren in Deutschland ein Kooperationsvertrag abgeschlossen, die sich in den letzten Jahren im Bereich des Gesundheitssports besonders profiliert haben, die Sportinsti-tute der Universitäten Bayreuth und Karlsruhe.
Die auf zwei Jahre ausgelegten Projektvereinbarungen mit den Arbeitsgruppen der beiden Professoren Walter Brehm (Bayreuth) und Klaus Bös (Karlsruhe) umfassen dabei Konzepte zur Änderung des Verhaltenes, heraus aus der körperlichen Inaktivität und hinein in die kör-perliche Aktivität, ebenso wie die Entwicklung unterschiedlicher Fitnesstest sowie von Ange-boten und von Programmen für den Bereich des Gesundheits- und Fitness-Sports. Schließ-lich sollen die Initiativen und Aktionen der Partner wissenschaftlich begleitet und bewertet werden.
Bis Ostern werden derzeit mit Hochdruck drei unterschiedliche Varianten eines Fitnesstests erarbeitet. Am 3. März fand hierzu ein Fotoshooting an der Universität Bayreuth statt, an dem unter anderem als Prominente die Olympiasiegerin Heike Drechsler als Modell beteiligt war.
Eine erste Testvariante kann zu Hause durchgeführt werden, zwei weitere Varianten, der Test "gesund" und der Test "fit" sind auf unterschiedliche Zielgruppen bezogen und werden nach Ostern deutschlandweit durch den Deutschen Turnerbund über seine Vereine aber auch mit mobilen Testzentralen eingesetzt. Neben einer Rückmeldung zum derzeitigen Fit-nesszustand bekommen die Teilnehmer auch kompetenten Rat, wie sie ihre Fitness stärken und damit etwas für ihre Gesundheit tun können.
Ein erster Höhepunkt der Kampagne "Deutschland bewegt sich" ist das Turnfest des Deut-schen Turnerbundes vom 14.- 21.Mai 2005 in Berlin - an dem traditionsgemäß etwa 100 000 Menschen teilnehmen, vom Kleinkind bis zum Senior und das deshalb als besonders geeignet zu sein scheint für einen Impuls für ganz Deutschland.
In Bayreuth konnte durch die eingeworbenen Mittel ein neuer Mitarbeiter - Dr. Wolfgang Ness, bisher Universität Kassel - eingestellt werden. Dr. Petra Wagner und Dr. Ralf Sygusch tragen als etablierte Mitarbeiter aus der Arbeitsgruppe von Prof. Brehm das Projekt mit, und Dr. Susanne Tittlbach bildet schließlich so etwas wie eine "Brücke" zur Arbeitsgruppe von Prof. Bös in Karlsruhe, da sie in diese seit Jahren eingebunden, gleichzeitig aber Bayreuth familiär eng verbunden ist.


Jürgen Abel M. A., Universität Bayreuth
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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