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Westfaelische Wilhelms-Universität Münster, 02.03.01

Deutsches in der Slowakei

Historische Buchbestände in deutscher Sprache finden sich in zahlreichen Bibliotheken der Slowakischen Republik. Das dokumentiert der vierte Band des Handbuchs der historischen Buchbestände in Europa, das von dem Buchwissenschaftler und Anglisten Prof. Dr. Bernhard Fabian von der Universität Münster herausgegeben wird. Vorgestellt wurde der neue Band am Freitag, 2. März 2001, in der Slowakischen Nationalbibliothek in der slowakischen Stadt Martin von der Volkswagen-Stiftung, die das Projekt finanziell unterstützt.


Wie in anderen europäischen Ländern wie Polen, Ungarn und Tschechien, für die in den vergangenen Jahren bereits entsprechende Handbücher erarbeitet wurden, finden sich auch in der Slowakei viele Werke deutscher Sprache zunächst im Bestand der Nationalbibliothek. Diese ist zwar nicht ganz so alt wie andere mitteleuropäische Nationalbibliotheken, besitzt aber gleichwohl eine erhebliche Zahl von Drucken deutscher Sprache. Ähnliches gilt auch für die Universitätsbibliothek in Bratislava.

Für die Slowakei gilt wie für andere Staaten Mittel- und Osteuropas, dass längst vergangene Epochen ihre Spuren hinterlassen haben. So sind eine Reihe von Beständen deutscher Herkunft zurückzuführen auf die enge Verbindung zwischen der Slowakei und Deutschland vor dem Hintergrund der Besiedlung durch die Zips, deutschen Einwanderern, die das Vorland der Hohen Tatra bereits im 12. und 13. Jahrhundert zu besiedeln begannen. Zahlreiche Orte wurden damals neu gegründet, die Verwaltung war ebenso durch deutsche Vorbilder geprägt wie der Bergbau und das Handwerk. All das schlug sich nieder in Sprache, Brauch- und Schrifttum.

Die über Jahrhunderte reichende deutsche Kulturtradition in der Slowakei zeigt sich in alten Bibliotheken unterschiedlichen Ursprungs, vor allem in Schul- und Kirchenbibliotheken. Sie weisen zum Teil - insbesondere im Hinblick auf Alter und Umfang - erstaunliche Bestände auf. Das von Prof. Fabian herausgegebene neue Handbuch veranschaulicht damit auch ein Kapitel deutsch-slowakischer Kulturgeschichte, das für beide Länder in gleicher Weise bedeutsam ist.


Das Werk erschließt regional unterteilt die Bestände des deutschsprachigen Schrifttums vom Beginn des Buchdrucks bis zum Ausgang des 19. Jahrhunderts. Es versteht sich als weit reichendes Inventar und listet neben Büchern auch Zeitschriften, Zeitungen, Musikdrucke, Karten und anderes Schrifttum auf, verzichtet aber auf Handschriften. Es ist damit ein wertvoller Wegweiser zu den deutschsprachigen Beständen in den verschiedenen Bibliotheken der Slowakei.

Das Buch setzt die auf acht Bände angelegte Reihe "Handbuch deutscher historischer Buchbestände in Europa" fort. Diese Reihe wiederum ergänzt das in 23 Bänden vorliegende "Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland" sowie das vierbändige "Handbuch der historischen Buchbestände in Österreich". Für die Erarbeitung des gesamten Werkes, das im Georg Olms Verlag in Hildesheim erscheint und von Prof. Dr. Bernhard Fabian herausgegeben wird, hat die Volkswagen-Stiftung in den vergangenen Jahren insgesamt 10,6 Millionen Mark zur Verfügung gestellt.

Weitere Informationen:


Norbert Frie, Westfaelische Wilhelms-Universität Münster
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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