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Hochschule Darmstadt, 29.06.06

Design Exchange Project - Designernachwuchs als Botschafter für den Standort Hessen in Japan

Studierende der Hochschule Darmstadt und weiterer Designhochschulen aus Hessen warben an japanischen Hochschulen im Rahmen des Deutschlandjahres in Japan für den Studienstandort Hessen.

Am Donnerstag, 29.6., haben Studierende des Fachbereichs Gestaltung der Hochschule Darmstadt (h_da), der Hochschule für Gestaltung Offenbach (HfG) sowie der Kunsthochschule Kassel (KHS) Ergebnisse zweier Japanreisen auf der Darmstädter Mathildenhöhe der Öffentlichkeit präsentiert. Die drei Hochschulen gelten als Aushängeschilder hessischer Designausbildung. Gemeinsam haben sie jeweils 20 Industriedesignstudierende mit ihren betreuenden Professoren im November 2005 und im April 2006 als "Botschafter" für den Studienstandort Hessen nach Japan entsendet.


Die erste Reise stand unter dem gemeinsamen Projektthema "Ein Tag". Anhand eines Tagesablaufes fiktiver Personen entwickelten die drei Projektgruppen in Darmstadt, Kassel und Offenbach typische Lebens-, Arbeits-, Wohn- und Freizeitszenarien, wie sie an den jeweiligen Hochschulstandorten anzutreffen sind. Ausgehend von der gegenwärtigen Situation wurden Produktwelten und Systeme zukünftig möglicher Lebenszusammenhänge entworfen. Idee war, dass für die japanischen Partner eine explizit europäische Sicht auf mögliche Entwicklungen auch in ihren regionalen Ausprägungen von hohem Interesse ist. Speziell die Lebenswelt junger Menschen sollte betrachtet werden, die den japanischen Studierenden ebenfalls nahe sein dürfte.
Vorgestellt wurden diese dann an den - ebenfalls designorientierten - Hochschulen in Tsukuba, Chiba, Kyoto, Musashino und Fukuoka.

Die Firma Brother hatte die Patenschaft für ein Studienprojekt übernommen, welches im Anschluss an die erste Reise an den drei Hochschulen im Wintersemester 05/06 durchgeführt wurde.
Die drei Themen "Fashion", "Homeoffice" und "IT" (Informationstechnik) wurden den drei beteiligten Hochschulen zur Auswahl vorgeschlagen. Absicht war es, praxisbezogene Studien zu entwickeln, die den Studierenden die Möglichkeit geben sollten, unter realistischen Bedingungen vertiefte internationale Berufserfahrungen zu sammeln.

Die KHS-Kassel konzentrierte sich auf das Thema "IT". Hierbei wurden innovative Zukunftsvisionen entwickelt, die einen Ausblick auf Umgang mit und Anwendung von elektronischen Hilfsmitteln im Alltag bieten.
Die HfG-Offenbach widmete sich dem Thema "Homeoffice" und untersuchte, inwieweit sich die uns vertraute Computer-Peripherie besser in den "stationären und mobilen Alltag" integrieren lässt.
Die h_da stellte sich dem Thema "Fashion", das den geschichtliche Ursprung der Firma Brother aufgreift, die Entwicklung von Nähmaschinen. In diesem Kontext wurden unterschiedliche Konzeptionen ausgearbeitet, die diese inzwischen hoch entwickelte Technologie aus feinmechanischen und elektronischen Komponenten in völlig neuen Anwendungsbereichen platzierte.

Die erarbeiteten Ergebnisse wurden im Rahmen einer Abschlusspräsentation in Nagoya vorgestellt und anschließend mit einem traditionellen japanischen Essen und Karaoke gefeiert.

Während der beiden Reisen nach Japan konnten die Kontakte zu den japanischen Hoch¬schulen sowie die interkulturellen Kompetenzen der Studierenden bei ihren Präsentationen vertieft werden. Die Studierenden lernten internationale Zusammenarbeit kennen, wie sie auch das spätere Berufsleben verlangt.

"Bei zunehmend knappen Hochschulkassen ein Vorhaben dieser Größenordnung geboten zu bekommen, bei der internationale, multikulturelle und praxisnahe Erfahrungen für ca. 40 Studierende ermöglicht wird, ist heute sehr selten. Positiv zu bewerten ist auch, dass längerfristige Kooperationspläne der beteiligten Hochschulen und Unternehmen entwickelt werden, die den Grundgedanken eines internationalen Dialogs und Austausches weiter aufrechterhalten. Hinzu kommt auch eine wichtige soziale Komponente, die zwischen den Beteiligten neue Freundschaften entstehen ließ. Einzigartig in jeder Hinsicht", meint Prof. Tom Philipps der Hochschule Darmstadt und Mitinitiator des Projekts.

Als Partner aus der Wirtschaft unterstützt der japanische Technologiekonzern Brother, der seinen Deutschlandsitz im hessischen Bad Vilbel hat, das Projekt. Die Gruppe wurde auch unterstützt und begleitet von der HA Hessenagentur, der neuen Wirtschaftsförderungsgesellschaft in Hessen, die in Tokio ein Vertretungsbüro als Anlaufstelle für japanische Investoren unterhält.


Claudia Schulz, Hochschule Darmstadt
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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