Hilfe: Sie befinden sich auf...

Brandenburgische Technische Universität Cottbus, 13.12.05

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Brandenburgische Technische Universität Cottbus, 13.12.05

BTU Cottbus erforscht die Geschichte der Stadt Baalbek vom 8. Jahrtausend v. Chr. bis zur Neuzeit

Die BTU Cottbus erforscht gemeinsam mit dem Deutschen Archäologischen Institut (DAI) die Geschichte der Stadt Baalbek vom 8. Jahrtausend v. Chr. bis zur Neuzeit. Zu den neuesten Entdeckungen gehört ein fast 100 m langer Saal, der von Liegepodien umgeben war. Beispiele ähnlicher Anlagen auf Zypern zeigen, dass es sich um den Versammlungsraum eines Kultvereins handelte, dessen Mitglieder sich hier regelmäßig zu rituellen Gelagen trafen. Dieser Bankettsaal übertrifft an Größe alles, was bisher im römischen Reich entdeckt wurde.

Dieser Saal ist nur ein Beispiel für die geradezu größenwahnsinnige Stadtbaupolitik des antiken Baalbek. Hier liegen die größten Quader, die je im römischen Reich verbaut werden sollten - gigantische Steinblöcke von bis zu 1100 Tonnen Gewicht für den größten Tempel der Stadt, der dem Gott Jupiter geweiht war. Warum einst gerade in Baalbek, einem libanesischen Provinzstädtchen nahe der syrischen Grenze, das gewaltigste Heiligtum des römischen Reiches gebaut wurde - auch diese Frage versuchen Bauhistoriker der Uni Cottbus nun erstmals umfassend zu erforschen. "Wir wollen die ganze Stadt mit ihrem wirtschaftlichen und kulturellen Hintergrund verstehen, und vielleicht werden wir so herausfinden, warum gerade an dieser Stelle die größten Tempel des römischen Reiches gebaut wurden" sagt Prof. Klaus Rheidt. "Eigentlich ist Baalbek ein Beispiel für eine ganze Abfolge von größenwahnsinnigen Planungen, und letztlich sind sie dort an ihrem eigenen Anspruch gescheitert. Keines der Konzepte wurde vollständig umgesetzt, und die Baalbekis müssen über Jahrhunderte mit einer riesigen Bauruine gelebt haben."


Ein Team von rund 20 Archäologen, Vermessern, Steinbruch-Spezialisten, Architekten, Bauhistorikern und Islamwissenschaftlern um Prof. Rheidt haben sich gemeinsam mit der Direktorin der Orientabteilung des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI), Dr. Margarete van Ess, das Ziel gesetzt, alle historischen Bauwerke und archäologischen Hinterlassenschaften der Stadt und ihres Umlandes zu erfassen. Hierzu gehören nicht nur die großen Steinquader, sondern auch Ölmühlen, Weinpressen, Gehöfte und antike Dörfer im Umfeld der Stadt. Bis heute sind die Tempel Baalbeks die eindrucksvollsten der römischen Welt: der Jupiter-Tempel mit seinen 20 Meter hohen Säulen ist das Wahrzeichen des Libanon; der Bacchus-Tempel, der noch bis zum Dachansatz steht, gehört zu den am besten erhaltenen Tempeln des gesamten Vorderen Orients. Zwei Marmortafeln im Inneren des Tempels erinnern an die Vorgänger der Cottbuser Forscher: Kaiser Wilhelm II. hatte hier die ersten Ausgrabungen angeordnet, die von deutschen Wissenschaftlern zwischen 1899 und 1904 durchgeführt wurden. Durch die neuen Grabungen und Bauuntersuchungen wird nun all das ans Licht gefördert, was die erste deutsche Expedition nicht untersuchen konnte.

Baalbek liegt auf einem 1100 Meter hohem Hochplateau, in der nördlichen Bequaa Ebene, die eine Kulturachse zwischen dem nordsyrischen und palästinischen Siedlungsgebiet darstellt. Bei dem Forschungsprojekt geht es auch darum herauszufinden, wie sich die Stadt Baalbek in den verschiedenen Epochen wandelt: also wie sich der ursprünglich orientalisch geprägte Ort zu einer international eingebundenen Stadt im Römischen Reich verändert, wie diese in der Spätantike zu einer bedeutsamen Festung im Konflikt zwischen Kreuzfahrern und islamischen Sutanen wird. Und schließlich wie sich Baalbek zu einer osmanisch-arabischen Kleinstadt entwickelt.

Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) seit Sommer 2005 mit zwei Wissenschaftlerstellen und rund 30.000¤ Sachmitteln für zunächst zwei Jahre gefördert. Die nächste Kampagne vor Ort findet im nächsten August/September mit einem rund 30-köpfigen Wissenschaftler-Team und 25 Grabungshelfern statt.

Kontakt:
Prof. Dr.-Ing. Klaus Rheidt, 0355/69-3116
Dipl.-Ing. Friederike Hoebel, 0355/69-3117
BTU Cottbus
Lehrstuhl Baugeschichte
Weitere Informationen:
http://www.dainst.org/index_2951_de.html


Birgit Besse, Brandenburgische Technische Universität Cottbus
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Neue Ausgabe des DISKURS: Perspektivenwechsel international - Neue Ansätze der Familien-, Kindheits- und Jugendforschung 
 Zugänge zu kooperativer Arbeit - Neue Veröffentlichung aus dem ISF München