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Technische Universität Berlin, 28.04.08

Bessere Radwegnetze für die Hauptstadt

Bessere Radwegnetze für die Hauptstadt
Wissenschaftler der TU Berlin setzen neue Maßstäbe in der Verkehrsplanung

Rad fahren ist im Trend. In Berlin verdoppelte sich der Anteil der mit dem Rad zurückgelegten Strecken von 2000 bis 2008 auf 12 Prozent. Und damit das so bleibt, beteiligen sich Wissenschaftler der TU Berlin an dem von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung getragenen und der Europäischen Union geförderten Projekt "SpiCycles". Das Projekt will die Nutzung des Rads als Alltagsverkehrsmittel fördern und hat sich die Verbesserung der Verhältnisse für Radler zum Ziel gesetzt.


Damit liegt das Forschungsvorhaben voll im Trend: Angesichts steigender Energiekosten besinnen sich viele Menschen auf die eigene Muskelkraft. Sie radeln nicht mehr nur in ihrer Freizeit, sondern nutzen das Rad als Verkehrsmittel im Alltag. Eine verstärkte Fahrradnutzung reduziert aber nicht nur die Schadstoffbelastung in der Stadt, sondern ebenso den Lärm und es braucht weniger Fläche.

Neu ist die systematische Planung von Fahrradinfrastrukturen auf lokaler Ebene. Während Radverkehrsanlagen bislang nur Teil einer Straßenneuplanung waren, also abschnittsweise angelegt wurden, entwickelte das Projekt beispielhaft ein gesamtes Radwegenetz für den Bezirk Pankow. Ist diese Planung einmal umgesetzt, ergibt sich ein zusammenhängendes Wegesystem ohne überraschende Engstellen. "Die Übertragung auf andere Bezirke ist ausdrücklich erwünscht", sagt Dipl.-Ing. Sarah Stark, Mitarbeiterin im Projekt. Die Anregung wurde bereits von den Bezirken Treptow-Köpenick und Steglitz-Zehlendorf aufgegriffen. "Dabei sollte auf eine Beteiligung der Bürger, wie in Pankow geschehen, geachtet werden", betont Projektleiter Dipl.-Ing. Hans-Joachim Becker. In Pankow wurden dazu Projektgespräche organisiert. Nachdem analysiert wurde, wohin die Radler fahren und woher sie kommen, und diese Quellen und Ziele miteinander verbunden wurden, entstand ein Wunschliniennetz. In Projektgesprächen mit den Bürgern "galt es zu prüfen, ob richtige Strecken erkannt wurden", erläutert Sarah Stark. Auf der Basis der Ergebnisse konnte dann das "Wunsch-Netz" auf die tatsächlichen Straßenzüge umgelegt werden.

Auch der so genannte ruhende Radverkehr war Thema des Projekts. Selbst wenn "der Kreuzberger Bügel bereits in Brüssel steht, wird er noch zu selten in Berlin verbaut", sagt Projektleiter Dipl.-Ing. Hans-Joachim Becker. Der nicht Felgen mordende einfache Metallbügel ist ab sofort Standard in Berlin. Entsprechend der neuen Ausführungsvorschrift zur Berliner Bauordnung sind die Anlehnbügel Pflicht. Wo und in welcher Anzahl sie aufzustellen sind, erklärt der im Projekt erarbeitete Leitfaden zum Fahrradparken.

Berlin ist eine von sechs Städten, die im "SpiCycles"-Projekt beteiligt sind. Auch die Stadtverwaltungen von Rom, Barcelona, Göteborg, Bukarest und Ploiesti (Bulgarien) verfolgen seit 2006 innerhalb in 36 Monaten verschiedene Ansätze, um den Radverkehr in der jeweiligen Stadt zu stärken. In Bukarest gab es zu Beginn von "SpiCycles" nur wenige Kilometer Radweg (zum Vergleich: In Berlin waren es 2004 bereits 620 Kilometer baulich angelegte Radwege). Während in Göteborg zum Beispiel eine große Fahrradabstellanlage am Bahnhof realisiert werden soll, hat man sich in Berlin mit der Verbesserung des Parkens und der Radnetze in den Bezirken auseinander gesetzt.

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Weitere Informationen zum Projekt erhalten Sie unter: www.spicycles.de. Die in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und dem Planungsbüro Spath+Nagel entwickelten Leitfäden zur Netzplanung und zum Fahrradparken können bei Hermann Blümel von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Abt. VII B, unter Hermann.Bluemel@SenStadt.Berlin.de bestellt werden.

Die Medieninformation zum Download:
www.pressestelle.tu-berlin.de/medieninformationen/

"EIN-Blick für Journalisten" - Serviceangebot der TU Berlin für Medienvertreter:
Forschungsgeschichten, Expertendienst, Ideenpool, Fotogalerien unter:
http://www.pressestelle.tu-berlin.de/?id=4608

Weitere Informationen:


Dr. Kristina R. Zerges, Technische Universität Berlin
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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