Berliner Schüler wissen wenig über die DDR und deutsche Teilung - Wissenschaftler der Freien Universität präsentierten Ergebnisse einer Studie
Die Trennlinien zwischen Demokratie und Diktatur sind vielen Schülern in Berlin nicht bekannt. Je mehr konkretes Wissen über die DDR vorhanden ist, desto größer ist der Anteil derer, die diese Diktatur ausdrücklich ablehnen. In Einzelnen beurteilten etwa 63 Prozent der befragten Schüler aus Westberlin
die BRD vor 1989 besser als die DDR, während von den Ost-Berliner Schülern lediglich etwa 38 Prozent zu dieser Einschätzung kamen. Nur 48 Prozent der West-Berliner Schüler und knapp 39 Prozent der Ostberliner Schüler sprachen der DDR-Regierung eine Legitimation durch demokratische Wahlen ab. Die Frage nach der Gesamteinschätzung der DDR beantworteten knapp 69 Prozent der West-Berliner
Schüler als negativ, die Ost-Berliner Schüler kamen lediglich zu 40 Prozent zu diesem Urteil. Insgesamt wurde die DDR eher assoziativ beurteilt, wobei die Ost-Berliner Schüler bei den abgefragten Themen über geringere Kenntnisse als West-Berliner verfügten. Die Ost-Berliner Schüler neigten zudem dazu, negative Bereiche der DDR auszublenden. Unter vielen Ost-Berliner Schülern lebt die alte, im Nachhinein idealisierte und auf ihre sozialen Aspekte reduzierte DDR fort, im Westteil wurde dieser Staat von einer breiten Mehrheit vor allem als Diktatur mit sozialem Anstrich gesehen.
Weitere Auskünfte erteilen Ihnen gern:
o Prof. Dr. Klaus Schroeder, Tel.: 030/838-56008, E-Mail: kschroe@zedat.fu-berlin.de
o Monika Deutz-Schroeder, Tel.: 030/838-55756, E-Mail: modeschroe@freenet.de
o Uwe Hillmer, Tel.: 030/838-55756, E-Mail: Uwe.Hillmer@gmx.net
Die Studie "Das DDR-Bild von Berliner Schülern" kann gegen eine Schutzgebühr von 15 Euro unter der Telefonnummer 030 / 838-52091 beim Forschungsverbund SED-Staat bestellt werden.



