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Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen..., 02.11.04

Behandlung von Warzen deutlich verbessert

Die Publikation der Ergebnisse einer prospektiven, randomisierten, kontrollierten klinischen Studie über wassergefiltertes Infrarot A (wIRA) in der Therapie von Warzen der Universitätshautklinik Jena ist soeben in "German Medical Science" (dem hochrangigen e-Journal der Arbeitsgemeinschaft der wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften AWMF) erschienen (Links zur Orginalpublikation sind beigefügt).

Hintergrund: Vulgäre Warzen (Verrucae vulgares) sind humane Papillomvirus-Infektionen (HPV), die am häufigsten Hände und Füße befallen und die in der Lage sind, die Lebensqualität zu beeinträchtigen. Etwa 30 in der Literatur beschriebene Therapieverfahren zeugen von einem Mangel an einer einzigen überzeugenden Strategie. Jüngste Veröffentlichungen zeigten positive Ergebnisse der Photodynamischen Therapie (PDT) in der Therapie von HPV-induzierten Hautkrankheiten, besonders Warzen, wobei sichtbares Licht verwendet wird. Weitere Erfahrungen, wassergefiltertes Infrarot A (wIRA) zusätzlich anzuwenden, offenbarten positive Wirkungen.


Ziel der Untersuchung: Erste prospektive randomisierte kontrollierte Blind-Studie, die PDT und wIRA in die Behandlung von therapierefraktären vulgären Hand- und Fußwarzen einbezieht.

80 Patienten mit therapierefraktären vulgären Hand- und Fußwarzen wurden randomisiert einer der Behandlungsgruppen (mit vergleichbarer Anzahl an Warzen in vergleichbaren Lokalisationen in allen Gruppen) zugeteilt.

Ergebnisse: Die individuelle Gesamtwarzenfläche nahm während 18 Wochen in Gruppen mit wassergefiltertem Infrarot A (wIRA) signifikant mehr ab als in den beiden Gruppen ohne wIRA. Nach 18 Wochen unterschieden sich die zwei Gruppen mit wIRA deutlich von den zwei Gruppen ohne wIRA: 42% vs. 7% komplett geheilte Patienten; 72% vs. 34% völlig verschwundene Warzen.

Das globale Urteil von Patient und von Arzt und die subjektive Einschätzung des Empfindens waren in den zwei Gruppen mit wIRA viel besser als in den zwei Gruppen ohne wIRA.

Folgerungen: Das in der Studie beschriebene Therapieschema von Hand- und Fußwarzen (Keratolyse, Kürettage, Photodynamische Therapie, Bestrahlung mit VIS+wIRA, Vitamin-A-Säure-Salbe; drei Therapiezyklen im Abstand von 3 Wochen) erwies sich als effektiv. Innerhalb des Therapieschemas zeigte sich wIRA - ein nicht-invasives und schmerzloses Therapieverfahren - als ein wichtiger, effektiver Faktor, während die Photodynamische Therapie in der beschriebenen Form nicht erkennbar - weder alleine (ohne wIRA) noch in Kombination mit wIRA - zu einer klinischen Verbesserung beitrug.

Für die zukünftige Behandlung von Warzen wird ein weiter verbessertes Schema vorgeschlagen: ein Therapiezyklus (Keratolyse, Kürettage, wIRA, ohne PDT) einmal pro Woche für sechs bis neun Wochen.

Die Originalpublikation der Studie erfolgte jetzt in German Medical Science, einem hochkarätigen Wissenschaftsjournal: Die internationale, interdisziplinäre Ebene von German Medical Science unterliegt einem strikten Peer-Review mit hoher Ablehnungsquote. German Medical Science ist als "open access journal" weltweit ohne Zugangsbeschränkung (auch hinsichtlich aller Volltexte) kostenfrei, zeitlich unbegrenzt und mit bibliographischer Zitierfähigkeit erreichbar.

Weitere Informationen:


Wolfgang Müller M.A., Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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