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Universitätsklinikum Heidelberg, 11.08.05

Balsam für Haut und Seele

Universitäts-Hautklinik Heidelberg bietet ganzheitliche Behandlung an / Entspannungsübungen fördern Selbstheilungskräfte

Patienten entspannen sich durch Atemübungen, Autogenes Training und andere Techniken.
Foto: Medienzentrum Universitätsklinikum Heidelberg

Kommt die Seele nicht zur Ruhe, ist der Körper oft in Mitleidenschaft gezogen. Die Haut als unser größtes Organ leidet besonders unter seelischer Belastung. Der Zusammenhang zwischen Hauterkrankungen und psychischen Problemen ist unumstritten und mittlerweile sogar wissenschaftlich belegt, bei der Behandlung wird er jedoch nur selten berücksichtigt.

Die Hautklinik des Universitätsklinikums Heidelberg geht mit der Gruppe "Balsam" neue Wege, um Körper und Seele zu heilen: Mitarbeiter des Pflegedienstes und Krankengymnasten praktizieren mit den Patienten Autogenes Training und andere Entspannungstechniken und lindern dadurch ihre Beschwerden.


Hilfreich vor allem bei Schuppenflechte und Neurodermitis

Vor allem Patienten mit chronischen Hauterkrankungen wie Schuppenflechte (Psoriasis) und Neurodermitis profitieren von dem umfassenden Behandlungskonzept, aber auch Patienten, bei denen kleine operative Eingriffe vorgenommen werden. "Ich halte die Arbeit der Gruppe Balsam für essentiell und notwendig, weil wir den Menschen im Ganzen, also Haut und Seele behandeln wollen", sagt Privatdozentin Dr. Birgit Kahle, Oberärztin in der Universitäts-Hautklinik Heidelberg.

Dabei arbeitet die Gruppe "Balsam" eng mit der Abteilung für Medizinische Psychologie des Heidelberger Klinikums zusammen. Die Musikpsychotherapeutin Sabine Rittner schult die Balsam-Mitarbeiter. In einem gemeinsamen Forschungsprojekt soll die Auswirkung der Balsam-Therapie auf den Krankheitsverlauf und die Lebensqualität der Patienten untersucht werden.

Die Gruppe "Balsam für Haut und Seele" kümmert sich schon seit Jahren um das seelische Wohlergehen der Patienten. "Mit Atemübungen, Autogenem Training oder Progressiver Muskelentspannung werden die Selbstheilungskräfte des Patienten geweckt", erklärt Katharina Wettich-Hauser, Krankenschwester und Stationsleiterin. Abwechselnd mit ihren drei Kolleginnen Jana Walter, Panja Küpper und Shirin Sina-Stock hält sie regelmäßig Therapiesitzungen ab.

Entspannung im Stationsalltag / Begleitung von Wundbehandlungen

Zur Anwendung kommen die Übungen nicht nur in den Gruppensitzungen, sie haben auch im Stationsalltag ihren Platz gefunden. So begleitet eine "Balsam"-Krankenschwester den Patienten bei schmerzhaften Wundbehandlungen. Durch spezielle Übungen wird die Aufmerksamkeit des Kranken von seinen Schmerzen auf eine angenehmere Ebene gehoben. "Wir erzielen deutliche Erfolge, der Schmerzmittelverbrauch ist drastisch gesunken", berichtet Katharina Wettich-Hauser.

Die Gruppe Balsam ist mittlerweile eine feste Institution in der dermatologischen Tagesklinik. Der Erfolg ist nicht nur bei den Patienten spürbar, auch die Belegschaft bleibt selbst an anstrengenden Tagen gelassen. "Wir können dem Patienten nur Ruhe vermitteln, wenn wir selbst entspannt sind", sagt Katharina Wettich-Hauser. Therapiesitzungen, die bislang zweimal wöchentlich stattfinden, sind auch für die Mitarbeiter eine willkommene Entspannungsmöglichkeit.

Die Übungen sind einfach durchzuführen und können von den Patienten zu Hause fortgesetzt werden. Eine schriftliche Anleitung, sowie Literatur-Hinweise und Internet-Adressen zum Nachschlagen werden dem Patienten an die Hand gegeben.

Das Gästebuch im Aufenthaltsraum der Station zeugt vom Erfolg. Sätze wie "Meine Seele ist gerne hier. Vielen Dank." geben dabei dem Balsam-Team neue Motivation.

Bei Rückfragen:
Katharina Wettich-Hauser
Stationsleitung der Station Hämel
Universitäts-Hautklinik
Telefon: 06221 / 56 38215
E-Mail: katharina_wettich@med.uni-heidelberg.de

Im Internet:
Webseite der Universitäts-Hautklinik:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/haut

Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse


Dr. Annette Tuffs, Universitätsklinikum Heidelberg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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