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Universität zu Köln, 15.02.02

Angstmachende Gedanken

Angstmachende Gedanken blockieren die Kinder in Prüfungssituationen häufig so, dass sie ihre Aufgaben nicht mehr sorgfältig und korrekt bearbeiten können. Solche Gedanken beziehen sich auf eigene Schwächen, potentielles Versagen und die befürchteten Folgen einer schlechten Note. Mithilfe von individuell erarbeiteten, sogenannten "Angst-Killergedanken" können Kinder in Prüfungssituationen jedoch lernen, ihre Angstgefühle bedeutend zu mindern und zu kontrollieren. Dies stellte Dr. Lydia Suhr in einer Untersuchung an der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der Universität zu Köln fest.

30/2002

Angstmachende Gedanken
Behandlung von Prüfungsängsten bei Kindern und Jugendlichen

Angstmachende Gedanken blockieren die Kinder in Prüfungssituationen häufig so, dass sie ihre Aufgaben nicht mehr sorgfältig und korrekt bearbeiten können. Solche Gedanken beziehen sich auf eigene Schwächen, potentielles Versagen und die befürchteten Folgen einer schlechten Note. Mithilfe von individuell erarbeiteten, sogenannten "Angst-Killergedanken" können Kinder in Prüfungssituationen jedoch lernen, ihre Angstgefühle bedeutend zu mindern und zu kontrollieren. Dies stellte Dr. Lydia Suhr in einer Untersuchung an der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der Universität zu Köln fest.


Kinder, die unter starker Prüfungsangst leiden, haben meistens nur wenig Zutrauen zu sich selbst und zu ihren Fähigkeiten. Sie erwarten regelrecht ihren Mißerfolg. Von der Erkenntnis ausgehend, dass unterschiedliche Gedanken unterschiedliche Gefühle bewirken, entwickelt Dr. Suhr mit ihren Versuchskindern individuelle Bewältigungsgedanken in Bezug auf Prüfungssituationen. Die Gedanken sollen den Kindern Selbstvertrauen geben und ihre Aufmerksamkeit auf die Aufgaben lenken. Solche "Angst-Killergedanken" können zum Beispiel sein: Ich fange mit dem an, was ich kann. Ich kann es schaffen. Ich habe es doch schon mal geschafft.

Es reicht jedoch nicht aus, die Kinder auf "Angst-Killergedanken" zu trainieren, um die Prüfungsängste vollständig zu bekämpfen. Die Mitarbeit der Eltern ist für eine erfolgreiche Therapie unverzichtbar, da die Einstellungen des Kindes zu sich selbst und zu Prüfungssituationen von den Eltern geprägt werden. Prüfungsängste können darin ihre Ursache haben, dass Eltern Noten überbewerten, zu hohe Erwartungen haben, oder ihrem Kind überkritisch gegenüberstehen. Eltern können die Ängste ihres Kindes abbauen, indem sie ihm zu einer positiveren Bewertung der eigenen Person verhelfen. Im Kampf gegen die Prüfungsangst sollten die Eltern zudem einige Regeln beachten. Beispielsweise ist es für das Kind hilfreich, wenn die Prüfungstage so "normal" wie möglich gestaltet werden. Auch sollten sich die Eltern auf keinen Fall von der Angst und Nervosität ihres Kindes "anstecken" lassen, sondern Ruhe und Gelassenheit bewahren.

In Dr. Suhrs Therapie werden den Kindern nicht nur Methoden zur Angstbewältigung vermittelt, sondern auch Techniken einer gezielten Prüfungsvorbereitung. Beispielsweise lernen die Kinder, ihre Prüfungsvorbereitung zeitlich optimal zu organisieren, indem zusammen Tages- und Wochenlernpläne erarbeitet werden. Zudem werden die Kinder dazu angehalten, sich mit Lehrern und Mitschülern über den Lernstoff auszutauschen, um sich so wichtige Informationen zu beschaffen. Denn auch durch eine schlechte Prüfungsvorbereitung können Ängste und Unsicherheiten entstehen, die die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen.

Zudem können Leistungsdefizite die Folge von intellektueller Überforderung oder von Aufmerksamkeitsstörungen sein. Sie liegen also nicht immer ausschließlich in einer leistungs-einschränkenden Angst begründet. Vor der therapeutischen Behandlung der Prüfungsängste des Kindes ist es daher wichtig, Intelligenz- und Konzentrationstests durchzuführen. Nur so kann festgestellt werden, inwiefern die Leistungsdefizite in der Prüfungsangst ihre Ursache haben.

Verantwortlich: Dr. Wolfgang Mathias

Für Rückfragen steht Ihnen Frau Dr. Lydia Rebecca Suhr unter der Telefonnummer: 0221/478-7872 und unter der Faxnummer 0221/478-7877 zur Verfügung.
Unsere Presseinformationen finden Sie auch im World Wide Web (http://www.uni-koeln.de/organe/presse/pi/index.html).
Für die Übersendung eines Belegexemplares wären wir Ihnen dankbar.


Gabriele Rutzen, Universität zu Köln
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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