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Universität des Saarlandes, 21.05.99

André Gide und Felix Paul Greve. Korrespondenz und Dokumentation

Eröffnung der Ausstellung und Präsentation des gleichnamigen Buchs am 10. Juni 1999, 17.15 Uhr in der Sarländischen Universitäts- und Landesbibliothek (Uni-Campus Saarbrücken Geb. 3). Neue Einsichten zum Verhältnis der beiden Literaten zueinander sowie zur Geschichte der Vermittlung Gides in Deutschland werden vermittelt.

Vom 10. Juni bis 16. Juli wird in den Räumen der Saarländischen Universitäts- und Landesbibliothek eine Ausstellung gezeigt, die sich mit dem Briefwechsel zwischen André Gide und seinem deutschen Übersetzer Felix Paul Greve beschäftigt. Organisiert wird die Ausstellung von Prof. Dr. Klaus Martens, Inhaber des Lehrstuhls für Nordamerikanische Literatur und Kultur und Leiter der Arbeitsstelle "Institutionelle Vermittlung von Weltliteratur". Außer Briefen, Erstausgaben und Manuskripten werden seltene Materialien, u.a. aus dem Archiv von Catherine Gide, zu sehen sein, die das Verhältnis der beiden Literaten zueinander dokumentieren, das über eine übliche Autor-Übersetzer-Beziehung weit hinausgeht.


Das erste Treffen zwischen Greve und Gide fand statt, als Greve am 2. Juni 1904, eben aus der Bonner Schuldenhaft entlassen, den Zug nach Paris bestieg, um sich mit dem noch weithin unbekannten André Gide auszutauschen. Greve war überzeugt, einen aufgehenden Stern der französischen Literatur vor sich zu haben, aber auch Gide war von seinem Gegenüber mehr als beeindruckt, wie seine Tagebuchnotizen belegen. Es entwickelte sich ein Briefwechsel zwischen Gide und seinem neuen Übersetzer, der von großer Intimität und Gidescher Sympathie zeugt und erst mit Greves vorgetäuschtem Selbstmord 1909 ein Ende fand. Noch viele Jahre später, als sie schon zu literarischem Ruhm gelangt waren, Gide als nobelpreiswürdiger Romancier und Dramatiker und Greve, unter dem Namen Frederick Philip Grove, als einer der Großen der Kanadischen Literatur, finden sich im Werk beider Autoren immer wieder Hinweise auf den jeweils anderen.

Neben überraschenden Einblicken in die für beide Autoren formativen Jahre 1903-9 und neuen Erkenntnissen zur Doppelperson Greve/Grove hoffen die Ausstellungsmacher, auch der Gide-Forschung neue Anstöße zu geben. Besonders die Geschichte der Vermittlung Gides in Deutschland hält manches interessante Kapitel bereit, nicht zuletzt wegen der Intrigen anderer Übersetzer, die um Gides Gunst buhlten.
Die Ausstellung ist das Ergebnis langjähriger Forschungen von Prof. Martens und seinen Mitarbeitern (Dr. Jutta Ernst, Andreas Hau, Susanne Korte, M.A., Mick Lee Kuzia, Dr. Paul Morris, Dr. Margit Peterfy, Arlette Warken, M.A.) zum Thema Literaturvermittlung und zum Leben und Schaffen des Deutsch-Kanadiers Felix Paul Greve/Frederick Philip Grove.
Bei der Eröffnung am 10. Juni um 17 Uhr wird das begleitende Buch vorgestellt: 'Je vous écris, en hâte et fiévreusement': Felix Paul Greve - André Gide. Korrespondenz und Dokumentation. Hrsg. von Jutta Ernst und Klaus Martens. Schriften der Saarländischen Universitäts- und Landesbibliothek Bd. 5. St. Ingbert: Röhrig Universitäts-Verlag, 1999. 246 S. DM 68,-.

Bei Fragen setzen Sie sich bitte mit Prof. Dr. Klaus Martens in Verbindung:
Tel./Fax: 0681/302-2770
e-mail: HYPERLINK mailto:martens@rz.uni-sb.de martens@rz.uni-sb.de
Internet: www.uni-sb.de/philfak/fb8/fr83/FPG_Gide/index.htm

Weitere Informationen:


Dr. Manfred Leber, Universität des Saarlandes
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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