Hilfe: Sie befinden sich auf...

Fachhochschule Jena, 12.10.06

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.
Sie können auf die im Artikel enthaltenen Bilder klicken, um eine größere Version des Bildes angezeigt zu bekommen.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Fachhochschule Jena, 12.10.06

Alternative Streitlösungsmodelle und Mediation down under

Forschungsaufenthalt von Prof. Dr. Thomas Trenczek, Fachhochschule Jena, in Australien

Prof. Trenczek mit den Kollgen/innen des ACPACS: Dr. Polly Walker, Prof. Nadja Alexander, Prof. Laurence Boulle (von rechts)
Foto: privat

Auf Einladung des Australien Centers for Peace and Conflict Studies (ACPACS) der University of Queensland in Brisbane und der Bond Law School, Goldcoast, arbeitete Prof. Dr.iur. Thomas Trenczek, M.A., Fachbereich Sozialwesen der Fachhochschule Jena, von April-August 2006 als Mediator und Lehrtrainer in Australien.

Das APACS ist ein transdisziplinäres (insb. Sozial-, Politik- und Rechtswissenschaften) Institut im Bereich der Konfliktforschung und des professionellen Konfliktmanagements (ADR - früher Alternative Dispute Resolution; heute: Appropriate Dispute Resolution), welches weltweit besondere Anerkennung genießt.


Mediation ist in Australien im Bereich ADR die dominierende Vorgangsweise. Es ist schlicht normal, einen zu Streit zu mediieren anstatt zu Gericht zu gehen. Das gilt insbesondere für den Unternehmens- und Wirtschaftsbereich, aber auch in privatrechtlichen Streitigkeiten ist Mediation in der Regel die erste Wahl, wenn man einen Streit nicht ohne Einschaltung eines Dritten lösen kann. So hält z.B. das Landesjustizministerium in Queensland parallel zum Gerichtsweg einen weitgehend kostenfreien Zugang zur Mediation durch das landesweite Dispute Resolution Programm bereit.

Schwerpunkt des Aufenthaltes von Prof. Trenczek down under war die Weiterentwicklung von Strategien und Methoden konsensorientierter Streiterledigungsformen (insb. Mediation) sowie vergleichende Studien zwischen den Konfliktmanagementsystemen im common law Bereich (z.B. Australien) und den europäischen civil law Rechtssystemen (z.B. Deutschland). Prof. Trenczek hatte neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit die Möglichkeit, einerseits als Trainer und Coach des ACPACS sowie des landesweiten Dispute Resolution-Programms des Justizministeriums tätig zu sein sowie in der Praxis im Rahmen zahlreicher Mediationen vor allem im Unternehmens- und Wirtschaftsbereich neue Erfahrungen zu sammeln. Hierzu diente auch der Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit mit der örtlichen Handelskammer (Commerce Queensland), der Queensland Law Society, den Mediatoren des Institutes for Arbitrators and Mediators (IAMA), einem der führenden Fachverbände, und besonders erfahrenen Barristor-Mediatoren in Queensland.

Höhepunkte seines Aufenthaltes waren ein Vortrag auf der 8th National Mediation Conference im Mai in Hobart (Tasmanien), zwei Vorträge auf Einladung des Parlamentarischen Dienstes im Australischen Parlament und beim Law Council of Australia in Canberra im Juni sowie ein Vortrag auf der Jahrestagung von IAMA in Queensland zum Thema "Successful Mediations" im Juli. Zum Schluss seines Aufenthaltes reiste Prof. Trenczek im August nach Perth (West Australien), um dort auf Einladung der Murdoch Law School über den Stand der Mediation in Europa zu referieren.

Prof. Trenczek ist vom Supreme Court in Queensland als Mediator zugelassen und somit einer der wenigen Mediatoren in Deutschland, die über eine gerichtliche Zulassung verfügen. Er ist zudem als Lehrtrainer des Bundesverbandes Mediation Wirtschaft und Arbeitwelt (BMWA) im In- und Ausland tätig und als Verfasser zahlreicher Beiträge zur Mediation bekannt, zuletzt:
o Recht in der Mediation; perspektive mediation 2/2006; S. 93 ff..
o Streitregelung in der Zivilgesellschaft - Jenseits von Rosenkrieg und Maschendrahtzaun; Zeitschrift für Rechtssoziologie, Bd. 26, Dez. 2005, S. 3 ff.
o Leitfaden zur Konfliktmediation; Zeitschrift für Konfliktmanagement 6/2005, S. 193 ff..
o Mediation in Germany (zusammen mit N.Alexander und W. Gottwald) in: Alexander, N. (ed.) Global Trends in Mediation, 2. Auflage 2006, Kluwer, Amsterdam 2006, S. 285 ff.

An der FH Jena bietet Prof. Trenczek sowohl im FB Sozialwesen als auch im FB Betriebswirtschaft im Diplom- und Masterstudiengang verschiedene Veranstaltungen in Mediation und Konfliktmanagement an (in SW Schwerpunkt: Familienmediation und Mediation in sozialen Organisationen; im FB BW: Unternehmens- und Wirtschaftsmediation).

Kontakt: Prof. Dr.iur. Thomas Trenczek, M.A., Mediator (S.C.Qld.), Lehrtrainer (BMWA)
thomas.trenczek@fh-jena.de

Weitere Informationen:


Sigrid Neef, Fachhochschule Jena
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Englishman und Uncle Sam, Schmerzen und Open Source Software 
 Zentrum für empirische pädagogische Forschung in Landau entwickelt Präventionsmaßnahmen gegen Demenz