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Wissenschaftliche Abteilung, Französische..., 11.02.03

Die überraschende Flugstrategie des Fregattvogels "Fregata Magnificens"

Zum ersten Mal wurde das geheimnisvolle Verhalten des Fregattvogels "Fregata magnificens" untersucht. Diese Tropenseevögel sind wohlbekannt und fliegen beinahe die ganze Zeit über den Meeren, um Futter zu finden. Sie sind jedoch nicht in der Lage sich auf dem Meer niederzulassen, da ihr Gefieder nicht wasserdicht ist und ihre Pfoten zu kurz sind, um sie aus dem Wasser zu ziehen. Laut der neuesten Studie französischer Wissenschaftler des CNRS Chizé Zentrums für biologische Studien (CEBC), die im Naturreservat des "Grand Connétable" in französisch Guyana durchgeführt wurde, sind diese Tiere dennoch an ihre Umgebung angepasst. Die Studie wurde in der letzten Ausgabe des Fachjournals "Nature" veröffentlicht.

Die Forscher konnten beweisen, dass diese Fregattvögel die thermischen Luftströme (aufwärts gerichtete Luftströme) benutzen, um maximal energiesparend zu fliegen. Sie können so durch die Luftströme bis zu Höhen von 2500 Metern getragen werden. Dann fliegen sie gleitend nach unten bis sie den nächsten thermischen Luftstrom finden. Diese Strategie wird auch von wandernden Vögeln genutzt, wobei wandernde Vögel jedoch gewöhnlich das Meer auf Grund des Mangels an thermischen Luftströmen meiden. Nur in den Tropen gibt es solche Ströme über dem Meer, weshalb die Fregattvögel diese Technik benutzen, um sowohl tags als auch nachts fliegen zu können.
Die Forscher haben die Bewegungsweise der Fregattvögel dreidimensional gemessen: mit "Argos" Satellitensendern und auch 35 Gramm schweren Höhenmessern, die an den Vögeln festgebunden wurden und eine Genauigkeit von 3,3 Meter boten. Auf diese Weise konnten sie beobachten, dass die Fregattvögel zum Raubfang sehr selten in der Nähe der Meeresoberfläche flogen: sie fangen fliegende Fische oder Kalmare. Solche Gelegenheiten bieten sich sehr selten und diese Technik verlangt den Vögeln lange Stunden im Flug ab. Fregattvögel bringen deshalb selten Futter zu ihren Kleinen, die aus diesem Grund nur sehr langsam wachsen können. Aber auch an diesen Umstand haben sie sich angepasst: die Fortpflanzungsfrequenz ist niedrig, so dass die Eltern sich über ein Jahr lang um ihre Kleinen sorgen können. Das ist die längste Erziehungszeit unter den Vögeln.

Kontakt:
Henri Weimerskirch
Centre d'Etudes Biologiques de Chizé, UPR 1934, CNRS
79360 Villiers en Bois, France
Tel.: +33 5 49 09 78 15
Email: henriw@cebc.cnrs.fr

Diesen Artikel finden Sie in "Wissenschaft-Frankreich" wieder, einem elektronischen Bulletin über die französische wissenschaftliche Aktualität in deutscher Sprache.
Kostenloses Abonnement per Email : sciencetech@botschaft-frankreich.de mit dem Vermerk " Wissenschaft-Frankreich ".
Die Wissenschaftsabteilung der französischen Botschaft in Deutschland setzt sich für die Förderung der bilateralen Kooperation zwischen Frankreich und Deutschland im Bereich Forschung und Entwicklung ein. Sie arbeitet an einer Verbesserung des Austausches von Informationen zwischen beiden Ländern über die Forschungseinrichtungen, Universitäten, die private Forschung und informiert über die wissenschaftliche Aktualität beider Länder.

Weitere Informationen:


Laurent Marceron, Wissenschaftliche Abteilung, Französische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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