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Universität Bayreuth, 16.03.04

Tourismus als Katalysator integrierter Regionalentwicklung

Der Bayreuther Geograph Stefan Kah ist bei der Intern. Tourismus-Börse in Berlin für seine Diplomarbeit zum Zusammenhang zwischen Tourismus und Regionalentwicklung mit dem Wissenschaftspreis ausgezeichnet worden.

Die Kurzfassung der Diplomarbeit

Jetzt bei der internationalen Tourismus Börse in Berlin verliehen
Wissenschaftspreis der Deutschen Gesellschaft für Tourismus für Bayreuther Geographen Stefan Kah
Untersuchung über Zusammenhang von Tourismus und Regionalentwicklung in der "Cinque Terre"

Bayreuth/Berlin (UBT). Die Deutsche Gesellschaft für Tourismus lobt für Examensarbeiten jährlich Wissenschaftspreise aus, die auf der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin verliehen werden. Den von Studiosus-Reisen gestifteten Sonderpreis für die beste Arbeit zum Thema "Nachhaltigkeit im Tourismus" erhielt der Bayreuther Diplom-Geograph Stefan Kah - und dies mit dem Thema "Tourismus als Katalysator integrierter Regionalentwicklung - Das Beispiel Cinque Terre."

Angeregt und betreut wurde die Untersuchung von Professor Dr. Rolf Monheim, der bereits seit vierzig Jahren in Italien forscht. Die unmittelbar an die Bayreuther Partnerstadt La Spezia angrenzende Urlaubsregion der Cinque Terre ("Fünf Dörfer") gehört trotz ihrer geringen Größe zu den bekanntesten Zielen Italiens. Ihre Ausweisung als Nationalpark und Weltkulturerbe haben ihre Bewohner dazu genutzt, Tourismus, Weinbau an extrem steilen Hängen, die überlieferten ländlichen Siedlungen und die örtliche Wirtschaft bestmöglich miteinander zu verbinden. Dazu wurden in den vergangenen Jahren verschiedene innovative Konzepte entwickelt, wie zum Beispiel eine regionale "Eintrittskarte" mit verschiedenen Service-Funktionen (u.a. freie Nutzung von Bahnen und Bussen), Qualitätssiegel für umweltbewusste Gastgeber, Patenschaften für Weinberge, Ferienakademien für die Kulturlandschaftspflege (,,Università del paesaggio"). Damit wird Tourismus nicht, wie mancherorts, zur Gefahr sondern zur Grundlage der Erhaltung der regionalen Identität.
Kah hatte in seiner Diplomarbeit untersucht, wie in der Region Cinque Terre der Tourismus instrumentalisiert wird, um einen von Entleerung und Museealisierung bedrohten Raum und dessen einzigartige Kulturlandschaft zu erhalten. Die Frage war, ob der Tourismus als Katalysator funktioniert und Prozesse in Gang setzt, die über rein ökonomische Aspekte hinausgehen. Dieses bejaht der Diplom-Geograph in seinen Ergebnissen. Die attraktive Kulturlandschaft liefere die Basis für den Tourismus, der umgekehrt zur Erhaltung der Kulturlandschaft Cinque Terre beitrage. Einzelne innovative Projekte wie die Rettung von Kulturlandschaft durch Adaption von Grundstücken oder Zertifizierungsmodelle für kleine touristische Betriebe könnten durch aus auch in anderen Regionen realisiert werden, urteilt Kah. Allerdings handle es sich bei dieser italienischen Region um einen Sonderfall mit mehreren besonders begünstigenden und nicht übertragbaren Voraussetzungen wie die hohe touristische Attraktivität, eine innovationsfreudige Elite und ein ausgeprägtes Regionsbewußtsein der Bevölkerung. Kah: "'Dort zu leben, wo andere Urlaub machen', in einer weltbekannten Tourismusdestination, hat die Identifikation mit der Region sogar noch verstärkt."
Die Arbeit wurde soeben als Heft 227 der Arbeitsmaterialien zur Raumordnung und Raumplanung" veröffentlicht und kann zum Preis von Euro 10,00 bei der Abteilung Angewandte Stadtgeographie der Universität Bayreuth erworben werden. Ihre Lektüre mag manchen motivieren, einmal selber diese eindrucksvolle Nachbarschaft unserer Partnerstadt mit neuen Augen zu entdecken und zu verstehen.

Weitere Informationen und Kontakt:
Universität Bayreuth
Abteilung Angewandte Stadtgeographie
Professor Dr. Rolf Monheim
95440 Bayreuth
Tel. 0921/55-2273
Fax: 0921/55-2231
e-mail: rolf.monheim@uni-bayreuth.de
Eine Kurzinformation über die Arbeit kann bei der Pressestelle der Universität Bayreuth als pdf-Datei angefordert werden


Jürgen Abel M. A., Universität Bayreuth
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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