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Leibniz-Institut für Länderkunde, 16.05.08

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Leibniz-Institut für Länderkunde, 16.05.08

Klimawandel lässt Apfelbäume früher blühen

In vielen Regionen Deutschlands setzt die Apfelblüte immer früher ein. Das verdeutlichen aktuelle Karten des Leibniz-Instituts für Länderkunde (IfL), die jetzt in der Online-Zeitschrift Nationalatlas aktuell erschienen sind. Welche nachhaltigen Auswirkungen der Klimawandel auf die Vegetation in Europa hat, versuchen Forscher derzeit herauszufinden.

Apfelbäume blühen immer früher (Foto: IfL)

Langjährige Aufzeichnungen periodisch auftretender Phänomene bei Pflanzen belegen: Blüte und Blattentfaltung verschieben sich in Europa immer weiter nach vorn. Immerhin 1,4 bis 3,1 Tage pro Jahrzehnt betrug die Veränderung in den letzten 30 bis 50 Jahren. Der Grund dafür ist die allgemeine Erwärmung. So beginnen Apfelbäume bei einem Anstieg der Lufttemperatur um ein Grad Celsius im Schnitt 2,5 bis 6,7 Tage früher zu blühen.

Zeitreihen des Blütebeginns beispielsweise für Jork im Alten Land bei Hamburg, für Göttingen oder auch für Endingen im Kaiserstuhl zeigen einen eindeutigen Zusammenhang mit der kontinuierlich steigenden Temperaturkurve. Die aktuellen Deutschlandkarten des IfL zur Apfelblüte verdeutlichen aber auch, dass dieser allgemeine Trend in klimatisch begünstigten Gebieten deutlich geringer ausgeprägt ist. Hier wird die für das Wachstum nötige Strahlungsmenge auch in Normaljahren schon früh im Jahr erreicht.

Eine starke Verschiebung der so genannten phänologischen Phasen war 2007 zu beobachten, als die Apfelblüte durchschnittlich zwei bis drei Wochen eher eintrat als im langjährigen Mittel. Solche Ausreißer sind indes kein Indiz für den Klimawandel, meteorologische Extremereignisse hat es auch in der Vergangenheit immer wieder gegeben. Nach verschiedenen Quellen war zum Beispiel der Winter 1795/96 so mild, dass Obstbäume im östlichen Harzvorland bereits im Januar blühten.

Insgesamt macht der aktuelle IfL-Beitrag deutlich: Phänologische Daten, so die Interpretation der Göttinger Geographen Jobst Augustin und Dr. Stefan Erasmi, sind nicht nur ein Indikator des Regionalklimas, sie lassen sich gewissermaßen auch als "Fingerabdruck" des Klimawandels interpretieren.

In der Online-Zeitschrift Nationalatlas aktuell veröffentlicht das Leibniz-Institut für Länderkunde regelmäßig Beiträge zu aktuellen Ereignissen aus Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Politik und Umwelt. Im Mittelpunkt stehen eigene Karten und Grafiken sowie von Experten geschriebene Begleittexte. Alle Karten und Diagramme können auf Wunsch in Druckqualität zur Verfügung gestellt werden.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Volker Bode, Leibniz-Institut für Länderkunde, Tel. +49 (0)341 255-6543, nadaktuell@ifl-leipzig.de.

Weitere Informationen:


Dr. Peter Wittmann, Leibniz-Institut für Länderkunde
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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Als globale Erwärmung bezeichnet man den während der vergangenen Jahrzehnte beobachteten allmählichen Anstieg der Durchschnittstemperatur der erdnahen Atmosphäre und der Meere sowie die erwartete weitere Erwärmung in der Zukunft. Ihre hauptsächliche Ursache liegt nach dem gegenwärtigen wissenschaftlichen Verständnis „sehr wahrscheinlich“[1] in der Verstärkung des Treibhauseffektes durch den Menschen.[2] Dieser entsteht durch Änderung der Atmosphärenzusammensetzung. Durch das Verbrennen fossiler Brennstoffe und durch die weltumfassende Entwaldung wird Kohlendioxid (CO2) in der Luft angereichert. Landnutzungsveränderungen wie Land- und Viehwirtschaft sind eine zusätzliche Ursache, besonders durch den auf sie zurückgehenden Ausstoß weiterer bedeutender Treibhausgase wie Methan. Wikipedia


 

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