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Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher..., 18.04.08

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Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher..., 18.04.08

Klimarelevantes Mineral im Meereis entdeckt

Wissenschaftler um Dr. Gerhard Dieckmann vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft haben das seltene Mineral Ikait im antarktischen Meereis gefunden, das eine wichtige Funktion im globalen Kohlenstoffkreislauf besitzt. Die Identifikation dieses Minerals gelang den Helmholtz-Kollegen vom Forschungszentrum Karlsruhe an der Synchrotronstrahlungsquelle ANKA.

Das Mineral Ikait ist eine besondere Form von Kalziumkarbonat, nach dem Forscher in polaren Gewässern seit Jahrzehnten gesucht haben. Die Bildung von Kalziumkarbonat beeinflusst den Austausch von Kohlendioxid zwischen Meereis und Ozean und über Zwischenprodukte möglicherweise auch den Ozonhaushalt über dem Meereis. Die Bremerhavener Forscher entdeckten die Kristalle auf zwei Antarktis-Expeditionen (2006 und 2007) zusammen mit Ihren Kollegen vom Institut für Ocean Sciences in Bangor, Wales.


Dr. Jörg Göttlicher und seine Mitarbeiter vom Forschungszentrum Karlsruhe in der Helmholtz-Gemeinschaft wiesen mit dem Verfahren der Röntgenbeugung nach, dass diese Karbonate in der Struktur des Minerals Ikait kristallisieren: Ikait ist eine wasserhaltige, sehr viel seltenere Kristallform von Kalziumkarbonat als das bekannte Kalzit (Kalk). Wahrscheinlich sind zwei Besonderheiten dafür verantwortlich, dass dieses Mineral erst jetzt im Meereis entdeckt werden konnte: Die Ikait-Kristalle sind mit nur etwa einem halben Millimeter Länge sehr klein und bei Temperaturen oberhalb von 4 °C instabil. Dieckmann und Kollegen bearbeiteten die in der Antarktis gewonnenen Eisbohrkerne ausschließlich im Kühlraum bei 2 °C. Der Transport nach Karlsruhe und die Messungen am Strahlrohr für Umweltforschung der Synchrotronstrahlungsquelle ANKA fanden bei Temperaturen unter 0 °C statt. Somit war die Kühlkette nie unterbrochen und die Kristalle blieben intakt.

Ikait, das die chemische Formel CaCO3 x 6 H2O hat, wurde erstmals 1963 von dem dänischen Mineralogen Hans Pauly im grönländischen Ikkafjord gefunden. Das Vorkommen von Ikait im antarktischen Eis zeigt, dass viele Prozesse im globalen Kohlenstoffkreislauf und der Atmosphärenchemie noch nicht verstanden sind. Die Entdeckung ist jedoch ein großer Fort-schritt: Waren Wissenschaftler bisher auf Modellrechnungen angewiesen, um die Karbonatfällung im Meereis zu quantifi-zieren, so können sie in Zukunft Ikait-Vorkommen in Eisbohrkernen messen. Die Ergebnisse erscheinen in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Geophysical Research Letters (35, L08501, 2008).

Hinweise für Redaktionen:
Weitere Informationen erhalten Sie über Frau Folke Mehrtens (Tel. 0471/4831-2007; medien@awi.de).

Druckbare Bilder finden Sie unter: www.helmholtz.de/ikait
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Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie, Verkehr und Weltraum. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit 26.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,35 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).

Ansprechpartner für die Medien:

Thomas Gazlig
Dipl.-Biol./Dipl.-Journ.
Leiter Kommunikation und Medien
Büro Berlin
Anna-Louisa-Karsch-Straße 2
10178 Berlin
Tel/Fax: 030 206 329-57/60
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Dr. Antonia Rötger
Pressereferentin
Tel: 030 206329-38
antonia.roetger@helmholtz.de

Weitere Informationen:


Thomas Gazlig, Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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Calciumcarbonat (fachsprachlich), Kalziumkarbonat oder in deutscher Trivialbezeichnung kohlensaurer Kalk, ist eine chemische Verbindung der Elemente Calcium, Kohlenstoff und Sauerstoff mit der chemischen Formel CaCO3. Es ist als Carbonat ein Calcium-Salz der Kohlensäure und besteht im festen Zustand aus einem Ionengitter mit Ca2+-Ionen und CO32--Ionen im Verhältnis 1:1. Wikipedia


 
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