Hilfe: Sie befinden sich auf...

Leibniz Universität Hannover, 05.05.08

Ergänzend zum Artikel

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.
Sie können auf die Schlagworte zum Artikel klicken, um (andere) Artikel zu den jeweiligen Schlagworten anzuzeigen.
Auf der rechten Seite finden Sie ebenfalls Artikelinks und weitere Informationen zu den Schlagworten dieses Artikels.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Leibniz Universität Hannover, 05.05.08

Klimafaktor Gebirge

Welchen Einfluss hat die Sierra Nevada auf globale Klimaänderungen?

Prof. Andreas Mulch, Geologe an der Leibniz Universität Hannover, hat gemeinsam mit seinen Co-Autoren eine Arbeit über den Einfluss der Sierra Nevada und der Rocky Mountains auf das Erdklima verfasst. Die Veröffentlichung "A Miocene to Pleistocene climate and elevation record of the Sierra Nevada (California)" erscheint in der aktuellen Ausgabe der "Proceedings of the National Academy of Science. Seit dem 25.04.2008 ist er zu finden unter: http://www.pnas.org/papbyrecent.shtml.


Die Forschungsarbeit von Professor Mulch und Kollegen gibt Aufschluss über den Zusammenhang von topografischen Entwicklungsprozessen und langfristigen klimatischen Veränderungen.
Die Geologen untersuchten in den vergangenen Jahren die Spuren prähistorischen Regenwassers in vulkanischen Gesteinen. Sie fanden bereits heraus, dass die Sierra Nevada, ein etwa 600 Kilometer langes Hochgebirge, rund 40 Millionen Jahre alt sein könnte. Jetzt dokumentieren die neuesten Arbeiten, dass die Sierra Nevada schon seit mindestens 12 Millionen Jahren eine wichtige Rolle in der Verteilung des Niederschlags in den westlichen Vereinigten Staaten spielt. Prähistorische Regentropfen unterscheiden sich in ihrer chemischen Zusammensetzung kaum von neuzeitlichen. Langfristige Klima- und Temperaturveränderungen führen jedoch dazu, dass, je nach Umgebungstemperatur, unterschiedliche Isotopenzusammensetzungen in diesen Wässern zu finden sind. An der Isotopenzusammensetzung des Wassers können die Erd- und Klimawissenschaftler sehen, wie hoch die Wolken aufsteigen mussten, um ein Gebirge zu überqueren und wie hoch dieses war.

Da die Temperatur mit zunehmender Gebirgshöhe abnimmt, ändert sich die Isotopenzusammensetzung des Wassers mit der Höhe, in der die Wolken die Regentropfen abgeben. Zwei Wasserarten werden unterschieden: zum einen das isotopisch "schwere Wasser", das eine höhere Konzentration an Deuteriumisotopen enthält und in niedrigen Höhen abregnet, und das "leichtere Wasser", das weniger Deuteriumisotope enthält und in höheren Gebirgslagen zu finden ist. Dieses Resultat ist ein wichtiger Baustein zum Verständnis der klimatischen Verhältnisse in den USA und hat direkten Einfluss auf das Klima in Westeuropa. "Wenn es den Gebirgszug der Sierra Nevada und der Rocky Mountains nicht gäbe, würde sich das Klima vermutlich auf der gesamten Nordhalbkugel der Erde verändern. Temperaturauswirkungen wären sicher in Nordamerika bis Zentraleuropa spürbar", betont Prof. Andreas Mulch.

Alle Klimamodelle beruhen und beziehen sich auf die Topographie der Erde, deshalb ist es für die Zuverlässigkeit der Klimavorhersagen und des Klimawandels in der Zukunft immens wichtig, die genauen Entstehungsdaten von Gebirgsketten zu bestimmen. Nur so kann ein sicherer Abgleich mit Klimaereignissen in der Erdgeschichte erfolgen. Für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wird deutlich, in welchem Zeitraum sich im Vergleich zu heute, Klimaveränderungen in der Vergangenheit vollzogen haben.
Prof. Andreas Mulch erklärt: "Wir wissen heute, dass Prozesse der tiefen Erde und des Erdmantels direkt gekoppelt sind an die Entwicklungsprozesse der Lebewelt und der Atmosphäre. Wenn wir als Geowissenschaftler diese gesellschaftlich hochinteressanten Zusammenhänge besser verstehen wollen, muss es uns gelingen, Forschung an den Schnittstellen der naturwissenschaftlichen Disziplinen zu etablieren und im Dialog mit Klimawissenschaftlern neue Forschungsfelder zu identifizieren." Für Geowissenschaftler bedeuten diese Ergebnisse eine Erweiterung ihrer Forschungsinhalte. "Wenn man staunend vor den imposanten Bergketten dieser Welt steht lautet die Frage nicht mehr nur "Wie kommt es, dass so hohe Berge entstehen?" sondern zusätzlich "Wie beeinflusst dieser Berg unser Erdklima?", so Mulch.

Hinweis an die Redaktion:
Für weitere Informationen steht Ihnen Prof. Andreas Mulch, Institut für Geologie, unter Telefon +49 511 762 2170 oder per E-Mail unter mulch@geowi.uni-hannover.de gern zur Verfügung.


Dr. Stefanie Beier, Leibniz Universität Hannover
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
65-million-year-old asteroid impact triggered a global hail of carbon beads 
 Turning fungus into fuel

Klicken Sie auf die Schlagworte um weitere Links oder Infos dazu angezeigt zu bekommen

Wikipedia Logo
Gebirge ist ein in sich zusammenhängendes Relief der Erdoberfläche, das sich aus der flacheren Umgebung erhebt, und ist durch den Gebirgsfuß gekennzeichnet. Wikipedia


 
Weitere Artikel zu "Klima"

Wikipedia Logo
Das Klima steht als Begriff für die Gesamtheit aller meteorologischen Ursachen, die für den durchschnittlichen Zustand der Erdatmosphäre an einem Ort verantwortlich sind. Oder anders ausgedrückt: Klima ist die Gesamtheit aller an einem Ort möglichen Wetterzustände, einschließlich ihrer typischen Aufeinanderfolge sowie ihrer tages- und jahreszeitlichen Schwankungen. Das Klima wird dabei jedoch nicht nur von Prozessen innerhalb der Atmosphäre, sondern vielmehr durch das Wechselspiel aller Sphären der Erde (Kontinente, Meere, Atmosphäre) sowie der Sonnenaktivität geprägt. Es umfasst zudem unterschiedlichste Größenordnungen, wobei vor allem die zeitliche und räumliche Dimension des Klimabegriffs von entscheidender Bedeutung für dessen Verständnis ist. Wikipedia


 

Archiv

Themen

Schlagworte

Anzeigen