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Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL), 29.09.06

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Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL), 29.09.06

Gegen klein und gemein - FAL Wissenschaftler/innen suchen natürliche Methoden zur Abwehr von Nematoden



Fotos: Die Zysten der Nematoden an Rübenwurzeln zu entdecken erfordert im Labor und ganz besonders im Freiland viel Erfahrung (von links Hazem Elewa (Doktorand), Prof. Dr. Dr. Ewald Schnug, Dr. Kirsten Stöven in einem Labor des Institutes für Pflanzenernährung und Bodenkunde der FAL), Dir. & Prof. Dr. Silvia Haneklaus vor der Zuckerfabrik Schladen im Harzvorland auf der Suche nach "bärtigen" Rüben. Im Harzvorland werden in diesem Jahr auf ca.10.000 ha Zuckerrüben angebaut, von denen 8-10% mit Rübenzystenälchen (Heterodera schachtii) befallen sind
Fotos: FAL-PB

Klein sind sie, gerade 1 mm lang und gemein sind sie, denn um gut ein Fünftel geht die Biomasseproduktion ihrer Wirtspflanzen zurück. Wirtschaftlich bedeutend werden Nematoden (landläufig als "Älchen" bezeichnet), wenn sie Kulturpflanzen befallen. In Nordeuropa sind das vor allem Zuckerrüben und Kartoffeln, in wärmeren Regionen Zitrusbäume. Von den ca. 26 Tausend Hektar Zuckerrüben, die z.B. im Großraum Braunschweig angebaut werden sind 8-10% mit dem Rübenzystenälchen (Heterodera schachtii) infiziert. Diese Spezies zeichnet sich dadurch aus, dass aus einer im Boden überwinternden Zyste im Frühjahr 200-300 Larven schlüpfen, die über die Wurzelspitzen in die Wirtspflanze eindringen. Die geschlechtsreifen Weibchen schwellen an, sprengen schließlich die Wurzelhaut, werden von den frei im Boden lebenden Männchen befruchtet und fallen als eiergefüllte Zysten in den Boden. Typisches Schadbild an Zuckerrüben ist eine starke Verzweigung der Wurzeln ("Wurzelbart").

Mit der "chemischen Keule" ist Zystennematoden nur schwer beizukommen, weshalb Wissenschaftler/innen des Institutes für Pflanzenernährung und Bodenkunde der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) in Braunschweig versuchen, ihre Lebensumwelt "unfreundlich" zu gestalten. Im Fachjargon versteht man darunter das "antiphytopathogene Potential des Bodens" zu erhöhen. Getestet wurden in langjährigen Versuchen eine breite Palette von Maßnahmen vom Zusatz organischer Säuren über Bakterien- und Pilzextrakte bis hin zu Pflanzenauszügen. Mit Extrakten von Gelbem Oleander (Thevetia neriifolia) oder Lebensbaum (Thuja orientalis) konnten Wachstum und Vermehrung der Parasiten im Vergleich zu einer unbehandelten Kontrolle um etwa 55% reduziert werden, bei Behandlung mit der nematiziden Chemikalie Carbofuran betrug die Reduktion etwa 60%. Die Wissenschaftler/innen prüfen nun die Anwendung ihrer Erkenntnisse im Feldmaßstab und insbesondere auf ökologisch wirtschaftenden Betrieben.

Die Ergebnisse des Forschungsprojektes "Untersuchungen zur Stärkung des antiphytopathologischen Potentials von Böden gegen den Zystennematoden Heterodera schachtii und den Zitrusnematoden Tylenchulus semipenetrans" (Originaltitel: Investigations on possibilities to improve the antiphytopathological potential of soils against the cyst nematode Heterodera schachtii and the citrus nematode Tylenchus seminpenetrans) werden als Sonderheft 297 der Landbauforschung-Völkenrode veröffentlicht (in Kürze verfügbar auf http://www.fal.de).

Kontakt: Dr. Kirsten Stöven und Prof. Dr. Dr. Ewald Schnug, Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL), Institut für Pflanzenernährung und Bodenkunde, Bundesallee 50, 38116 Braunschweig, E-Mail: pb@fal.de


Margit Fink, Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL)
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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