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Leibniz-Institut für Meereswissenschaften, Kiel, 08.10.06

Kieler Forschernetzwerk untersucht die Folgen der Erderwärmung

Die Temperatur der Erde hat sich seit Beginn der Industrialisierung um fast 1°C erhöht. Die Folgen dieser Entwicklung zeigt die neue Dokumentation "Eine unbequeme Wahrheit" mit Al Gore, ehemaliger Vize-Präsident der Vereinigten Staaten. Dazu gehören die Zunahme von Wetterextremen und starken Hurrikans, die fortschreitende Eisschmelze in den Polargebieten und ein Anstieg des Meeresspiegels. Im Kieler Forschernetzwerk "Ozean der Zukunft" untersuchen Wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen wichtige Fragen zum globalen Klimawandel unter besonderer Berücksichtigung der Weltmeere.

Der Mensch hat durch den Ausstoß klimarelevanter Spurengase wie Kohlendioxid und Methan maßgeblich zur globalen Erwärmung beigetragen. Nach Berechnungen des Kieler Klimamodells ist eine weitere Erderwärmung um bis zu 5°C bis 2100 möglich, falls der weltweite Ausstoß von Kohlendioxid sich in den kommenden Jahrzehnten wie bisher fortsetzt. Eine der womöglich folgenreichsten Konsequenzen ist der Anstieg des Meeresspiegels, der bis 2100 etwa einen Meter erreichen könnte.

Die Kieler Forscher erstellen nicht nur globale Modelle, sondern richten ihren Blick auch auf mögliche Änderungen hier in Deutschland. Denn auch die deutschen Küsten wären von einem derart dramatischen Anstieg massiv betroffen. Der Anstieg ist Folge einerseits der Wärmeausdehnung des Meerwassers (thermische Expansion) und andererseits des Abschmelzens der Gebirgsgletscher sowie von Teilen der grönländischen und antarktischen Eisschilde. Durch Veränderungen von Meeresströmungen kann der Meeresspiegelanstieg außerdem regional sehr unterschiedlich ausfallen. Gerade im Bereich des Nordatlantiks besteht die Gefahr, dass sich durch eine Abschwächung des Golfstroms der Meeresspiegel stärker erhöht als im globalen Mittel. Einmal angestoßen wird sich der Meeresspiegelanstieg selbst nach Stabilisierung der atmosphärischen Spurengaskonzentrationen noch sehr lange, d.h. über das Jahr 3000 hinaus fortsetzen. Viele uns nachfolgende Generationen hätten also mit dem Meeresspiegelanstieg zu kämpfen.

Das Kieler Forschernetzwerk "Ozean der Zukunft" ist ein in Deutschland einmaliger Zusammenschluss von Meeres-, Geo- und Wirtschaftswissenschaftlern sowie Medizinern, Mathematikern, Juristen und Gesellschaftswissenschaftlern, die sich die multidisziplinäre Erforschung der Risiken des globalen Wandels und deren Auswirkungen auf die Ozeane zum Ziel gesetzt haben. Das Netzwerk ist im Dezember 2005 in Kiel gegründet worden und beteiligt sich unter anderem an einem Forschungsantrag im Rahmen der Exzellenzinitiative der deutschen Bundesregierung zusammen mit den Bundesländern. Zu den Kieler Partnern gehören 26 Institute der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, das Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR), das Leibniz-Institut für Weltwirtschaft (IfW) und die Muthesius Kunsthochschule.

Ansprechpartner:

Prof. Mojib Latif, Tel. 0431 600 4050, mlatif@ifm-geomar.de
Prof. Ulf Riebesell, Tel. 0431 600 4581, uriebesell@ifm-geomar.de
Mona Botros (Öffentlichkeitsarbeit), Tel. 0431 600 2807, mbotros@ifm-geomar.de

Weitere Informationen:
  • http://Kieler Forschernetzwerk "Ozean der Zukunft": www.ozean-der-zukunft.de
  • http://Christian-Albrechts-Universität zu Kiel: www.uni-kiel.de
  • http://Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR): www.ifm-geomar.de
  • http://Leibniz-Institut für Weltwirtschaft (IfW Kiel): www.ifw-kiel.de


Mona Botros, Leibniz-Institut für Meereswissenschaften, Kiel
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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