Hilfe: Sie befinden sich auf...

Forschungszentrum Karlsruhe in der..., 27.09.99

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.
Sie können auf die im Artikel enthaltenen Bilder klicken, um eine größere Version des Bildes angezeigt zu bekommen.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Forschungszentrum Karlsruhe in der..., 27.09.99

Hightech-Schnüffler unter Deponien

Kanalroboter bestehend aus mehreren Modulen wird in verrohrten Tunnel eingeführt.

Einige Module des Sondenroboters: Kameramodul, Antriebsmodul, Sensormodul, Modul zur Entnahme von bis zu 20 Wasser- und Luftproben, Versorgungsmodul (von unten nach oben).

In Deutschland gibt es eine Vielzahl von Altlasten: Gewerbe- und Militärstandorte nach ihrer Nutzung, Deponien oder Folgen von Bergbauaktivitäten. Die Kosten für eine Sanierung dieser Altlasten werden auf mindestens 500 Milliarden DM geschätzt. Diese Mittel sind kurzfristig nicht verfügbar. Die Altlasten müssen somit längerfristig überwacht und bei Bedarf gesichert werden. Voraussetzung für die Auswahl, Prioritätensetzung und Durchführung einer möglichst kostengünstigen und wirksamen Sicherung (bzw. Sanierung) ist eine eingehende Erkundung und Bewertung des verseuchten Bodenkörpers und seiner Umgebung.

Das Forschungszentrum Karlsruhe hat deshalb im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Verbundprojektes mit Partnern aus Industrie und Forschung das Altlasten-Roboter- und Informationssystem AROBIS entwickelt. Ein neuartiges Verfahren gestattet das Unterfahren der Altlasten durch Horizontalbohrungen. Das Probennahmesystem PIK (Probennahme in Kartuschen) entnimmt unter dem Deponiekörper zunächst Bodenproben, die anschließend im Labor analysiert werden. Zur längerfristigen Überwachung wird in die Bohrung ein Rohr eingezogen, in dem Roboterfahrzeuge, sogenannte Sondenroboter, fahren können.
"Verschiedene Altlasten stellen an die eingesetzten Sonden sehr unterschiedliche Anforderungen", erläutert Projektleiter Dr. Horst Haffner vom Institut für Angewandte Informatik des Forschungszentrums Karlsruhe. "Wir haben deshalb ein modulares System entwickelt, das den jeweiligen Anforderungen kostengünstig angepaßt werden kann."
So entstanden Module mit eingebauter Kamera, Module zur Wasser- und Luftbeprobung, aber auch Meßmodule mit Umgebungs- und Lagesensoren oder Service-Module, die das Rohr, in dem der Roboter läuft, für die Probennahme öffnen und wieder verschließen. Module für Online-Sensorik sollen künftig eine sofortige Lokalisierung von Schadensherden ermöglichen.
Bisherige Verfahren, welche Altlasten durch Vertikalbohrungen von oben erkunden, bergen verschiedene Gefahren: So können Schadstoffe durch die Bohrung in den Deponieuntergrund verschleppt werden. Manche Stellen sind einer Vertikalbohrung auch gar nicht zugänglich, entweder weil die Oberfläche großflächig bebaut ist, oder weil bei militärischen Altlasten Explosionsgefahr besteht. Mit Hilfe der im Rahmen von AROBIS entwickelten Horizontalbohrtechnik können nicht zugängliche Altlastenareale nun beliebig unterfahren beziehungsweise durchquert werden. Das neue Verfahren ist außerdem kostengünstig, weil eine Vielzahl von Vertikalbohrungen eingespart wird.
Ab dem Jahr 2000 wird die Ettlinger Firma FlowTex Technologie Routineinspektionen mit AROBIS vornehmen. Weitere Partner bei AROBIS sind das Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle, das Institut für Angewandte Geologie der Universität Karlsruhe, das Institut für Bohrtechnik und Fluidbergbau der TU Bergakademie Freiberg und die Firma Boden- und Deponiesanierung GmbH aus Ismaning bei München. Die Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg ist beratend beteiligt. Die Gesamtkosten des Vorhabens belaufen sich auf etwa 6 Millionen DM, davon stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung 2,2 Millionen DM zur Verfügung. Das Projekt läuft zum 31.12.1999 aus.
Joachim Hoffmann 24. September 1999


Inge Arnold, Forschungszentrum Karlsruhe in der Helmholtz-Gemeinschaft
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Neue Geothermische Fachliteratur 
 Urzeitliche Riesen besiedelten den eurasischen Kontinent