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Fachhochschule Oldenburg / Ostfriesland /..., 16.01.02

Großsteingrab mit modernster Laser-Technik vermessen

Der Student Carlo Leßel der Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/ Wilhelmshaven hat im Rahmen seiner Diplomarbeit ein Großsteingrab mit aktuellster Technik detailliert vermessen.

Das Hünengrab liegt in Kleinenkneten II etwa vier Kilometer südlich von Wildeshausen. Dieses Großsteingrab ist die einzige bekannte Anlage mit insgesamt drei Grabkammern. Auf Grund dieser Bedeutung soll ein Modell dieses Großsteingrabs im Niedersächsischen Landesmuseum für Natur und Mensch in Oldenburg ausgestellt werden, wobei Teile der Grabkammer natur- und detailgetreu im Maßstab 1 : 1 nachgebildet werden sollen. Die Ergebnisse dieser Arbeit werden voraussichtlich ab Mitte des Jahres zu bestaunen sein.


Ein 3-dimensionales Datenmodell des Großsteingrabes anzufertigen, stellte eine große Herausforderung an die Vermessung dar, besonders wenn man die geometrisch komplexe Struktur eines Steines berücksichtigt (insgesamt waren es 53 Steine!). Mit herkömmlichen Mitteln war dieses Problem bei einigermaßen vertretbarem Zeitaufwand nicht zu lösen. Die Aufgabe war nur lösbar, da der erst neu an der Fachhochschule angeschaffte 3D Laserscanner eingesetzt werden konnte.
Die Laserscantechnik ist relativ neu und im Anwendungsbereich der Geodäsie noch nicht so stark verbreitet. Es zeigen sich jedoch viele neue Anwendungsmöglichkeiten, die mit dem Aufnahmesystem eröffnet werden. Am Beispiel des Großsteingrabes Kleinenkneten II wurden die Chancen der in diesem Bereich neuen Technik deutlich. Das 3D Laserverfahren bietet besonders bei komplexen Aufgaben im Verbund mit den herkömmlichen Verfahren wie Photogrammetrie und terrestrische Aufnahme eine Erweiterung des Vermessungsangebots.

Das Großsteingrab Kleinenkneten II ist die einzige bekannte Anlage mit insgesamt drei Grabkammern. Ob es sich bei dieser ungewöhnlichen Anlage um ursprünglich zwei separate Hünengräber handelt, die dann durch den Bau einer dritten Kammer in der Mitte der beiden ersten Gräber zu einem gemeinsamen Großsteingrab verschmolzen sind, ist bis heute nicht geklärt.

Die Megalithbauten in Nordwestdeutschland sind ausschließlich Grabanlagen, die zu einem bestimmten Zeitabschnitt der Jungsteinzeit gehören. In der näheren Umgebung von Wildeshausen sind insgesamt 22 erhaltene und acht zerstörte Großsteingräber bekannt.

Der Begriff Hünengräber wurde in den letzten Jahrhunderten geprägt, als sich einige Forscher damit beschäftigten, wie und mit welchen Mitteln diese großarti-gen Grabstätten errichtet wurden. Damals bestand die allgemeine Auffassung, dass nur Riesenmenschen diese gewaltigen Steine bewegt haben konnten; somit kam es zu dem Begriff Hüne = Riese => Hünen.

Weitere Informationen:


Anke Westwood, Fachhochschule Oldenburg / Ostfriesland / Wilhelmshaven
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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