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Geothermische Vereinigung e.V., 07.02.03

Geothermie und Denkmalschutz.Hofschaft Kolfhausen i.Wermelskirchen:Bohrbeginn auf historischem Grund

Das große Fachwerkhaus steht unter Denkmalschutz. 1487 erstmals urkundlich erwähnt, reicht seine erhaltene Bausubstanz bis in das späte 17. Jahrhundert zurück. Trotzdem möchten die neuen Besitzer natürlich nicht auf den Wohnkomfort des 21. Jahrhunderts verzichten. Verzichtet werden soll aber auf eine konventionelle Wärmeversorgungstechnik.

In der Hofschaft Kolfhausen in Wermelskirchen im Bergischen Land geht man dafür einige innovative Wege. Das große Gebäude wird in Zusammenarbeit mit den örtlichen Denkmalschutzbehörden saniert und modernisiert. Der Charakter des Hauses bleibt außen und innen erhalten. Die fünf Wohneinheiten, die hier entstehen, erstrecken sich über drei Etagen. Anfallendes Oberflächenwasser (Regenwasser) wird in einem unterirdischen Tank gesammelt und steht im Haus als Brauchwasser oder draußen zur Gartenbewässerung zur Verfügung.


Sensibel muss auch mit der Wärmeversorgung umgegangen werden. Zumal eine konventionelle Heizung nicht in Frage kommt. Der Bauherr entschied sich für die Installierung einer Erdwärmesondenanlage. Dafür müssen 6 Bohrungen mit einer Tiefe von je ca. 90m m niedergebracht werden. Die gesamte Heizleistung beträgt 36 kW. Bohrungen fallen nur während der Bohrarbeiten auf. Später sind sie "unsichtbar". Was in den Bohrung an Wärmenergie gewonnen wird, wird gesammelt und zu einer Wärmepumpe in den Keller geführt. Das etwa Kühlschrank große Gerät beansprucht wenig Platz. Den Rest übernimmt die Fußbodenheizung.

Die Wärme wird zwar aus dem relativ oberflächennahen Boden entzogen, hat aber bereits einen langen Weg durch die Erdkruste hinter sich. Sie würde sich bald darauf im Weltraum verflüchtigen. Bevor das geschieht, wird sie also noch einmal zur Raumheizung und zur Brauchwassererwärmung eingesetzt. Geothermische Energie ist eine beständige und nachhaltige Quelle, die dann zur Verfügung steht, wenn der Nutzer sie braucht.

Voraussetzung ist, die Anlage ist so geplant, dass sie nicht mehr Energie aus dem Untergrund entnimmt, als ihr dort dauerhaft zufließt. Bei Neubauten sind Erdwärmesondenanlagen Stand der Technik. Für den Altbau- und Sanierungsbereich werden sie gerade erst entdeckt. In Zeiten, in denen Klimaschutz, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle Spielen müssen, kommt der heizungstechnischen Erneuerung des vorhandenen Baubestands eine besondere Bedeutung zu.

Zum Gesamtensemble gehören noch drei neu zu erbauende Einfamilienhäuser, die architektonisch an ihre Umgebung angepasst werden. Auch sie werden mit Erdwärme versorgt. Dafür werden 5 weitere Bohrungen am Standort niedergebracht.

Offizieller Bohrbeginn ist der 20. Februar. Dazu wird um 16:30 Uhr zu einer kleinen Feierstunde eingeladen. Auf den Knopf drückt Wermelskirchens Bürgermeister Michael Heckmann.

Die Gesamtenwicklung des Vorhabens liegt bei der LS-Concept, Wermelskirchen, die Planung der Erdwärmesondenanlagen in den Händen der EWS Erdwärme-Systemtechnik, Delbrück

Einen Bilderdienst finden Sie unter www.geothermie.de (Startseite bzw. unter der selben URL auf der Homepage "Unser energischer Planet").

Wenn Sie auf dem laufenden bleiben möchten, können sich in den Verteiler unseres Email-Newsletters geothermie.de aufnehmen lassen, das Sie in Schlagzeilen kurz über die aktuellen Themen der Homepage und aktuelle Entwicklungen aus dem Bereich der Geothermie versorgt.

Weitere Informationen:


Werner Bussmann, Geothermische Vereinigung e.V.
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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