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Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, 08.01.08

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Ammonit, Fossil

Fossil des Jahres 2008 kommt aus Westfalen: der größte Ammonit der Welt!

Die Paläontologische Gesellschaft hat einen westfälischen Ammoniten zum Fossil des Jahres 2008 gekürt. Mit einem Durchmesser von ca. 1,80 m und einem Gewicht von 3,5 Tonnen ist es der größte vollständige Ammonit, der jemals gefunden wurde. Kopien dieses h

Der preisgekrönte Riesenammonit
(c) Museum für Naturkunde Münster

Der kreidezeitliche, etwa 80 Millionen Jahre alte Ammonit wurde 1895 in einem Steinbruch bei Seppenrade gefunden und für 125 Goldmark vom damaligen Direktor des münsteraner Museums, Prof. Landois, gekauft. Der Fundort ist in die wissenschaftliche Bezeichnung des Fossils, Parapuzosia seppenradensis, als Artname eingegangen.

Ammoniten sind Kopffüßer, die mit dem heutigen Nautilus, den Kalmaren und Kraken verwandt sind. Sie besaßen ein spiralig gewundenes, gekammertes Gehäuse, einen Weichkörper mit Tentakel-ähnlichen Armen und Mundwerkzeuge, die wie ein Papageischnabel aussahen. Vor ca. 400 Millionen Jahren erschienen sie in den Ozeanen, wo sie über 300 Millionen Jahre lang zu den häufigsten und artenreichsten Lebewesen zählten. Vor 65 Millionen Jahren, am Ende der Kreidezeit, starben sie zusammen mit den Dinosauriern und anderen Gruppen unwiederbringlich aus.


Die Größe des Fossils an sich beeindruckt den Betrachter, wirft aber auch die grundlegende evolutionsbiologische Fragestellung nach der Triebkraft der evolutiven Größenzunahme und den Grenzen des Wachstums auf. Da es in der Natur viele Vorteile für größere Tiere gibt, z.B. Schutz vor Räubern, höhere Attraktivität für Geschlechtspartner und einen effizienteren Stoffwechsel, kommt es in vielen Evolutionslinien zu einer Größenzunahme. Die Größe des Riesenammoniten überrascht vielleicht weniger, wenn man bedenkt, dass auch die heutigen Riesen unter den marinen Organismen zu den Tintenfischen gehören, die Riesenkalmare der Tiefsee. So könnten es besondere Eigenschaften im Bauplan und der Biologie der Ammoniten gewesen sein, die ihnen einen derartigen Gigantismus erlaubten - ein fruchtbares Feld für zukünftige Forschungen. Der Riesenammonit von Münster macht damit die Herausforderung augenfällig, die Fossilien oft für das Verständnis der Evolution bedeuten.

"Fossilien haben aber oft auch einen großen praktischen Nutzen, etwa bei der Exploration von Rohstoffen oder in der Klimaforschung", erklärt Professor Dr. Jes Rust. "Immer aber handelt es sich um besondere Objekte naturwissenschaftlicher Erkenntnis." Manche Fossilfunde sind spektakuläre Museumsexponate, die den Betrachter durch ihre ungewöhnliche Gestalt, ihre Erhaltung, ihre Größe oder ihren ästhetischen Reiz in Erstaunen versetzen. Dadurch sind sie vielfach auch zu Sinnbildern der kulturellen Entwicklung des Menschen in seiner Auseinandersetzung mit der Entstehung und Entwicklung des Lebens geworden.

Um dieser Bedeutung von fossilen Objekten Rechnung zu tragen und ihre Erforschung durch die Wissenschaft der Paläontologie in der Öffentlichkeit stärker ins Bewusstsein zu bringen, hat die Paläontologische Gesellschaft 2008 zum ersten mal den Titel "Fossil des Jahres" an ein herausragendes Fossil vergeben. Die Vergabe dieses Titels ist an eine Reihe von Kriterien geknüpft, die sowohl die wissenschaftliche Bedeutung als auch den besonderen Museumswert der Fossilien berücksichtigen. Von einer Fachkommission werden alle Vorschläge eingehend geprüft. Schließlich wird das "Fossil des Jahres" aus einer Vorauswahl von fünf Objekten von den Mitgliedern der Paläontologischen Gesellschaft auf ihrer Jahrestagung gewählt. Einzelheiten des Verfahrens sind der Homepage der Paläontologischen Gesellschaft zu entnehmen (http://www.palaeo.de/palges/).

In Münster kann das "Fossil des Jahres" Dienstags bis Sonntags von 9 bis 18 Uhr im LWL-Museum für Naturkunde des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, Sentruper Str. 285, 48161 Münster, besichtigt werden. Weitere Informationen für Besucher des Museums und eine Bildergalerie finden Sie unter www.lwl-naturkundemuseum-muenster.de (Telefon 0251 / 591-05). Zusätzliche Informationen zur wissenschaftlichen Bedeutung des Fossil des Jahres sowie weitere Bilder sind auf der Homepage der Paläontologischen Gesellschaft unter http://www.palaeo.de/palges/ zu finden.

Kontakt:
Professor Dr. Jes Rust
Steinmann-Institut für Geologie, Mineralogie und Paläontologie
der Universität Bonn
Telefon: 0228/73-4842
E-Mail: jrust@uni-bonn.de

Weitere Informationen:


Frank Luerweg, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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Die Ammoniten sind eine ausgestorbene Gruppe ausschließlich mariner Kopffüßer (Cephalopoda). Die Gruppe war sehr artenreich; über 1500 Gattungen sind bekannt, die Zahl der Arten dürfte bei etwa 30.000 bis 40.000 liegen. Die Größe der Schale ausgewachsener Tiere lag meist im Bereich von Zentimetern, Pachydiscus seppenradensis (nach Dr. Landois; später abgeändert zu Parapuzosia seppenradensis) ist mit bis 2 Metern Schalendurchmesser die größte bekannte Art. Wikipedia


 
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Als Fossil (von lat. fossilis „(aus)gegraben“) früher auch Petrefakt genannt, bezeichnet man jedes Zeugnis vergangenen Lebens aus der Erdgeschichte. Wikipedia


 

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