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GeoForschungsZentrum Potsdam, 05.10.06

Forschungsbohrungen für die Wissenschaft

Japan verlängert seine Mitgliedschaft im Internationalen Kontinentalen Forschungsbohrprogramm (ICDP) für weitere fünf Jahre

Forschungsbohrungen für die Wissenschaft - Japan verlängert seine Mitgliedschaft im Internationalen Kontinentalen Forschungsbohrprogramm (ICDP) für weitere fünf Jahre

Am heutigen Tag unterzeichnet Dr. Kiyoshi Suehiro, Direktor des japanischen Forschungszentrums JAMSTEC, einen Mitgliedsvertrag, der für die nächsten fünf Jahre die Beteiligung Japans am ICDP (International Continental Scientific Drilling Program) regelt. Mit der Unterzeichnung am GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ) wird die bisherige Mitgliedschaft Japans zu diesem großen internationalen Forschungsprogramm für weitere fünf Jahre fortgesetzt.


Japan gehört neben den USA und Deutschland mit je 700.000 $ pro Jahr zu den größten Beitragszahlern im ICDP. Professor Rolf Emmermann, Vorstandsvorsitzender des GFZ Potsdam, ist zugleich Vorsitzender des Executive Committee von ICDP und Koordinator des Gesamtprogramms: "Die heutige Vertragsverlängerung ist ein Zeichen dafür, dass wir mit der Idee richtig lagen, ein internationales wissenschaftliches Programm für Bohrungen an Land zu entwickeln. Durch seine erfolgreiche Arbeit ist das ICDP mittlerweile auf 15 Mitglieder angewachsen, mit weiteren sechs Nationen stehen wir zur Zeit in Verhandlungen über einen Beitritt zum Programm."

Der Startschuss für das "International Continental Scientific Drilling Program" wurde am 26. Februar 1996 in der deutschen Botschaft in Tokio gegeben, als die amerikanische National Science Foundation, das Ministerium für Geologie und Mineralische Rohstoffe der Volksrepublik China und das GFZ Potsdam einen Vertrag zur Durchführung wissenschaftlicher Bohrprojekte unterzeichneten. Ziel der Bohrungen ist es, Fragestellungen von wissenschaftlichem und sozio-ökonomischem Interesse weltweit an den dafür am besten geeigneten Lokationen zu untersuchen. Die Koordination dieses internationalen Programms liegt am GFZ Potsdam. Der deutsche Mitgliedsbeitrag wird zu jeweils 50 % vom GeoForschungsZentrum und der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert.

ICDP hat sich aus dem früheren deutschen Kontinentalen Tiefbohrprogramm (KTB) entwickelt. Es widmet sich einer Vielzahl von aktuellen Themen: von der Aufklärung der Mechanismen der Erdbeben-Entstehung über Fragen der Nutzung geothermischer und mineralischer Ressourcen bis hin zur Rekonstruktion des Klimas in vergangenen Zeiten und der Auswirkung von Meteoriteneinschlägen.

Wissenschaftliche Bohrungen stellen einzigartige Sonden in die Erdkruste dar. Sie ermöglichen einen direkten Einblick in Prozesse, die in der Tiefe ablaufen und erlauben in situ die Erfassung der Eigenschaften im Untergrund. Sie werden darüber hinaus als Tiefenlabor zur Durchführung von Experimenten sowie als Tiefenobservatorium für Langzeitbeobachtungen von Vorgängen im Erdinneren genutzt. Weltweit gibt es ca. 30 Tiefbohrungen mit deutscher Beteiligung.

ENDE DER MITTEILUNG

360 Worte incl. Titeln

Bilder in druckfähiger Auflösung finden sich unter:
http://www.gfz-potsdam.de/...foto/ICDP_JAMSTEC/welcome.html

Homepage des Internationalen Programms ICDP:
(http://www.icdp-online.org)

Weitere Informationen:


Dipl.Met. Franz Ossing, GeoForschungsZentrum Potsdam
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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