Hilfe: Sie befinden sich auf...

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), 27.08.02

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), 27.08.02

Forschung und Technologie für Hochwasserschutz

Die zunehmenden Flutkatastrophen - nicht nur in Deutschland sondern weltweit - stellen auch eine Herausforderung an Forschung und Technologieentwicklung dar. Extremereignisse wie die derzeitigen Hochwasser haben dramatische Folgen für Menschen und Umwelt. Hier sind sowohl ökologische Forschung, als auch die Weiterentwicklung des technischen Hochwasserschutzes dringend notwendig. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt vielfältige Forschungen in diesen Bereichen.


Forschungsfahrzeug für Brückentests
So will das BMBF ein Spezialfahrzeug in die Hochwasserregionen schicken, mit dem die Tragfähigkeit und weitere Benutzung von flutgeschädigten Brücken geprüft werden kann. Mit dem aus der Forschung entstandenen Belastungsfahrzeug (BELFA) können an Brücken und anderen Tragwerken innerhalb eines Tages verlässliche Tragfähigkeitstests durchgeführt werden. So werden den betroffenen Städten und Kommunen rasche Entscheidungen über Schließungen oder Freigaben ermöglicht. Wochenlange vorsorgliche Brückensperrungen können so erspart werden. Weitere Informationen dazu erteilt der DLR-Projektträger des BMBF - Umweltforschung und -technik, Dr. Otto Krause, Tel.: (02 28) 8 19 96- 54, E-Mail: Otto.Krause@dlr.de

Deichbau der Zukunft mit neuen Materialien
Der Bau von Deichen beruht noch heute auf jahrhundertealten Erfahrungen. Deiche werden hauptsächlich aus Erde, Lehm und Ton gebaut. Forscherinnen und Forscher der BASF AG, der Gesellschaft für Biotechnologische Forschung mbH (GBF) und den mittelständischen Unternehmen Ingenieurgesellschaft Kärcher mbH und Franz Hagn Bau GmbH & Co arbeiten jetzt daran, den technischen Fortschritt in den Deichbau zu übertragen. Ziel ist es, mittels neuer oder veränderter Materialien Deiche zu errichten, die nicht so schnell durchweichen. Diese neuen Deiche sollen dabei nicht teurer als herkömmliche sein und die kostbaren Ressourcen wie Lehm und Ton schonen. Von Ökologen geforderte Deichrückverlegungen zur Schaffung von Überflutungsflächen könnten so schneller umgesetzt werden.
Die Forscher untersuchen z. B., wie normale Erde, wie sie im Flussgebiet vorhanden ist, so verändert werden kann, dass die eher "krümelige" Erdstruktur zu einer festen und kompakten Masse wird. Sie setzen dabei auf umweltverträgliche Polymere (langkettige Moleküle) die durch chemische Reaktionen die Bauerde verändern. Die neuen Deiche müssen strenge Anforderungen an Wasserdichtigkeit, Standfestigkeit und ökologische Verträglichkeit erfüllen.
Die Forscher wollen hierfür einen Demonstrationsdeich errichten. Zur technisch-ökonomischen und ökologischen Bewertung wird das Projekt wissenschaftlich begleitet durch das Dresdner Grundwasserforschungszentrum. Das BMBF fördert dieses Forschungsvorhaben mit dem Namen "Umweltverträgliche Polymere für den ressourcen-schonenden Deichbau" in den nächsten vier Jahren mit rund 1,4 Millionen Euro. Ziel ist es, diese Forschungsergebnisse möglichst in den Deichbau im In- und Ausland einzubringen. Weitere Informationen dazu erteilt der Projektträger des BMBF und BMWi für Wasser-technologie und Entsorgung, Dr. Peter Hemberle, Tel.: (0 72 47) 82- 32 40, E-Mail: Peter.Hemberle@ptwt.fzk.de

Klimaforschung für den Hochwasserschutz
Bei den Flutkatastrophen spielen auch Aspekte der globalen Klimaentwicklung eine Rolle. Das neue BMBF-Klimaforschungsprogramm DEKLIM, Laufzeit 2001 - 2004, Fördermittel 37 Millionen Euro) untersucht die natürlichen Klimaschwankungen und die menschlichen Einflüsse auf die Klimaentwicklung insbesondere durch Treibhausgasemissionen und veränderte Landnutzung. Durch aktuelle Messdaten, Forschungsergebnisse aus der Klima-vergangenheit der Erde sowie durch Weiterentwicklung komplexer Klimamodelle soll das Verständnis des Klimasystems, seiner Stabilität und seiner Entwicklung weiter verbessert werden. Dies hat auch eine hohe Relevanz für die Untersuchung sogenannter Extrem-ereignisse, wie Flutkatastrophen oder Stürme und daraus folgende Handlungsoptionen für Öffentlichkeit und Politik.

Nach dem verheerenden Hochwasser an der Oder 1997, das durch eine ähnliche Wetterlage im Südosten ausgelöst wurde, wie die gegenwärtigen Ereignisse an der Elbe und in dessen Verlauf fast 190.000 Menschen evakuiert werden mussten, fanden sich deutsche und polnische Forschergruppen zusammen. Sie gründeten das Projekt "Simulation von Hochwasser im Einzugsgebiet der Oder mit einem gekoppelten Modellsystem", um Ergebnisse aus Projekten des Weltklimaforschungsprogramms auf das Odergebiet zu übertragen und so einen Beitrag zu einer operationellen Hochwasservorhersage und -vorsorge zu liefern. Die Ergebnisse dieses vom BMBF mit rund 1,7 Millionen Euro geförderten und Ende 2002 auslaufenden Verbundvorhabens werden wichtige Grundlagen für ein nachhaltiges Hochwassermanagement auch für andere Flusseinzugsgebiete Deutschlands liefern.

Weitere Informationen:


Silvia von Einsiedel, Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Wirbelschicht-Technologie als umweltschonender "Dauerbrenner" 
 Neue Fledermaus-Art in Europa entdeckt