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Westfaelische Wilhelms-Universität Münster, 17.02.05

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Westfaelische Wilhelms-Universität Münster, 17.02.05

Erfolgreicher Forschungstransfer

Privatdozent Dr. Georg Gosheger

Prof. Dr. Wilhelm G. Coldewey

Der Orthopäde Privatdozent Dr. Georg Gosheger und der Geologe Prof. Dr. Wilhelm G. Coldewey erhalten den mit insgesamt 15.000 Euro dotierten Transferpreis der Westfälischen Wilhelms-Universität für das Jahr 2004. Überreicht wird die Auszeichnung durch den Rektor der Universität, Prof. Dr. Jürgen Schmidt, am 9. März um 19 Uhr im Hörsaal Leo 5 auf dem Leonardo-Campus 10.

Mit dem Transferpreis zeichnet das Rektorat der Universität Münster seit dem Jahr 2002 besondere Leistungen von Universitätsmitgliedern beim Forschungstransfer und bei der wissenschaftlichen Kooperation mit Partnern der außeruniversitären Praxis aus. Der Wirtschaftsbeirat der "Arbeitsstelle Forschungstransfer" (AFO) der Universität hatte als Jury die schwierige Aufgabe, die Preisträger für das Jahr 2004 unter zahlreichen hervorragenden Vorschlägen aus verschiedenen Bereichen der Universität auszuwählen und dem Rektorat vorzuschlagen.


Privatdozent Dr. Georg Gosheger, Oberarzt der Klinik für Allgemeine Orthopädie des Universitätsklinikums Münster (UKM), erhält den Preis für in Kooperation mit der Buxtehuder Firma implantcast GmbH entwickelte "sich selbst verteidigende intelligente Prothesen". Der große Vorteil dieser Implantate liegt in ihrer Silberbeschichtung, die sozusagen als "Bakterienkiller" wirkt und damit gefährlichen Infektionen vorbeugt. Eingesetzt werden die neuen Prothesen insbesondere bei Patienten mit Knochentumoren, aber auch bei so genannten Wechseloperationen, das heißt beim mehrfach wiederholten Einsatz eines künstlichen Hüft- oder Kniegelenkes.

Bei den herkömmlichen, nicht beschichteten Prothesen kommt es immer wieder vor, dass sich auf ihnen nach der Implantation Bakterien ansiedeln und sich das umliegende Gewebe entzündet. Um zu verhindern, dass die Bakterien ins Blut gelangen und andere Organe befallen, muss das Implantat in solchen Fällen unverzüglich entfernt werden, schlimmstenfalls droht sogar die Amputation. Bei seinen Überlegungen, wie sich dieses Problem lösen ließe, kam dem 37-jährigen Orthopäden schließlich die Idee, auf die seit Jahrtausenden bekannte keimtötende Wirkung von Silber zu setzen. Gemeinsam mit dem norddeutschen Unternehmen entwickelte er eine preisgünstige Methode zur Beschichtung der
Titanprothesen mit Silbernanopartikeln. Die guten Erfolge dieser Entwicklung hat sich in der Fachwelt schnell herumgesprochen. So wurden bis heute in zehn Kliniken weltweit bereits 70 Prothesen "made in Münster" eingesetzt.

Prof. Dr. Wilhelm G. Coldewey vom Geologisch-Paläontologischen Institut und Museum der Universität Münster wird gemeinsam Dr. Carsten Dierkes von der Firma HydroCon aus Münster ausgezeichnet für das Transferprojekt "Entwicklung und Optimierung eines kombinierten unterirdischen Reinigungs- und Versicherungssystems für Regenwasser". Dem Wissenschaftler und der Firma ist es gelungen, gemeinsam ein technisches System zu entwickeln, das eine Reinigung der zu versickernden Regenabflüsse bei unterirdischen Versickerungsanlagen analog zur belebten Bodenzone erlaubt, damit von diesen keine Gefahr für das Grundwasser ausgehen kann.

Das System, das bereits im Einsatz ist, zeichnet eine hohe Reinigungsleistung für alle relevanten Schadstoffe bei geringem Wartungsaufwand und geringen Fertigungskosten aus. Es besteht aus einem Reinigungsschacht aus Betonringelementen mit einem mehrstufigen Filter aus Beton, von dem das Wasser direkt in eine unterirdische Rigole gelangt, die aus einem Teil-Sickerrohr aus undurchlässigem Beton im unteren Teil und porösem Beton im oberen Teil besteht. Das eingesetzte Betonrohr weist gegenüber den in der Regel verwendeten Kunststoffrohren verschiedene Vorteile auf.

Weitere Informationen:


Jutta Reising, Westfaelische Wilhelms-Universität Münster
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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